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Al Gore nimmt 300.000 Dollar für einen Vortrag. Er war unter Clinton kein besonders beeindruckender Vizepräsident, er hat die Wahl 2000 gegen Bush verloren und erst der Klimawahn der letzten Jahre hat aus ihm gemacht, was er immer werden wollte: der Einzigartige, der Weltenretter, der globale Held. Der Messias jedoch ist er nicht. Der Job ist schon vergeben: das ist Obama.

Auch der Chef des „Intergovernmental Panel on Climate Change“, eines Gremiums, das die Deutschen sehr bezeichnenderweise „Weltklimarat“ nennen, als wäre es schon die Weltregierung, Herr Rajendra Pachauri aus Indien, verdient persönlich bestens am Klimawahn, den er selbst auf höchster Ebene vorantreibt. Er ist Beirat der Chicago Climate Exchange, der größten Börse für den Handel mit Emissionsrechten, Berater bei zahlreichen Risikokapitalfirmen im Bereich erneuerbarer Energien und er ist für den indischen Tata-Konzern tätig, dem inzwischen Land Rover und Jaguar gehören. Der von ihm forcierte Handel mit Emissionsrechten hat zum Beispiel dazu geführt, das die Produktion von jährlich 3 Millionen Tonnen Stahl aus einem britischen Werk nach Indien verlagert wurde: in ein Werk des Tata-Konzerns. 1700 britische Angestellte verloren so ihren Job im Namen des Weltklimas, welches sich durch die Verlagerung in keiner Weise verbesserte. Allerdings verbesserte sich die Bilanz des Tata-Konzerns und ihres Beraters Pachauri, der außerdem die Yale-Universität und die Deutsche Bank berät, sowie – bis vor kurzem – den Toyota-Konzern.

ARBEIT MIT EMOTIONEN

Aber es gibt viele, sehr viele, die auf etwas geringerer Ebene als Gore und Pachauri vom Klimawahn profitieren und sie sitzen in den Medien und in den Forschungsinstituten. Nehmen wir zum Beispiel Christopher Schrader von der Süddeutschen Zeitung und als Beispiel seinen Artikel „Ein Fest für Klimaskeptiker“ vom 24.11.2009, in dem er den Climategate-Skandal behandelt.

In den einleitenden Sätzen seines Artikels ist von amerikanischen Gerichtsthrillern die Rede, in denen „windige Verteidiger“ auftreten, die „miese Tricks“ verwenden. Es geht dabei um „Informationen aus dubioser Quelle“, die vor Gericht eigentlich „nicht verwendet werden dürfen“. Mit diesem kleinen Adjektiv-Festival stellt Schrader nicht nur schon eingangs klar, dass er nicht schreiben kann, sondern er schafft auch eine geeignete emotionale Grundeinstellung beim Leser: windig, mies, dubios, darf nicht verwendet werden. Remember: jede Ideologie arbeitet mit Emotionen!

DIE SÜDDEUTSCHE ZEITUNG UND DIE WAHRHEIT – EINE GEGENÜBERSTELLUNG

Dann folgt der „Informationsteil“ seines Artikels. Ich werde im Folgenden einige Bewertungen Schraders den Inhalten der Climategate-emails gegenüberstellen:

Schrader: „Die Experten diskutieren darin in vertraulichem Ton, wie mit Kritikern umgegangen werden soll….“
Climategate e-mail von Tom Wigley: „If you think that Saiers is in the greenhouse sceptics camp, then, if we can find documentary evidence of this, we can go through official AGU channels to get him ousted.“ (Anm. Divan: to oust = jdn. vertreiben, verdrängen, absägen, ausschließen, entlassen)

Schrader: „….oder wie sich Probleme beim Umgang mit Daten lösen lassen.“
Climategate email von Phil Jones: „I’m getting hassled by a couple of people to release the CRU station temperature data. Don’t any of you three tell anybody that the UK has a Freedom of Information Act.“

Oder die Climategate email von Tom Wigley zum selben Aspekt der „Problemlösung beim Umgang mit Daten“: “ Phil, Here are some speculations on correcting SSTs to partly explain the 1940s warming blip. If you look at the attached plot you will see that the land also shows the 1940s blip (as I’m sure you know). So, if we could reduce the ocean blip by, say, 0,15 degC, then this would be significant for the global mean — but we’d still have to explain the land blip.“ (Anm. Divan: blip = Abweichung, Ausreißer)

Schrader: „Manch einer will in den Dokumenten Datenmanipulationen der Wissenschaftler erkennen.“
Climategate email von Phil Jones: „I’ve just completed Mike’s Nature trick of adding in the real temps to each series for the last 20 years (ie from 1981 onwards) amd from 1961 for Keith’s to hide the decline.“

ES GEHT NICHT UM WAHRHEIT

Man könnte die Liste lang fortsetzen. Wer die Climategate-mails oder die wichtigsten Auszüge daraus liest, kann keinen Zweifel haben, dass Daten gefälscht und zurückgehalten werden, dass Kritiker mundtot gemacht merden. Dies ist keine „Verschwörungstheorie“, dies ist der Verschwörungsbeweis und wer ihn nicht anerkennt, der will ihn nicht anerkennen.

Die Grundeinstellung der Autoren wird sehr schön zusammengefasst in einer weiteren Climategate email von Michael Mann: „As we all know, this isn’t about truth at all, its about plausibly deniable accusations.“ Nochmal auf Deutsch zum Genießen: „Wie wir alle wissen, geht es hier überhaupt nicht um Wahrheit, es geht um plausibel widerlegbare Anschuldigungen.“

EINE FRAGE AN CHRISTOPHER SCHRADER

Die emails gestehen ein, dass der urbane Wämeeffekt besteht. Sie gestehen ein, dass seit langem keine Erwärmung stattfindet. Sie gestehen ein, dass die mittelalterliche Warmzeit wärmer war als heute. Sie fordern und belegen an zahlreichen Stellen, dass Daten aktiv manipuliert werden. Herr Schrader, ich frage Sie: was für Beweise brauchen Sie noch, dass die Autoren dieser mails betrügen? Oder wollen sie diese Beweise nicht anerkennen, weil Sie selbst die Wahrheit vertuschen, weil Sie etwa selbst – im weiteren Sinne – zur Bande gehören?

Ich habe in den beiden vorherigen Teilen dieser Artikelserie gezeigt, dass der reine Vorwurf der persönlichen Bereicherung und der Verschaffung von Vorteilen nicht ausreicht, um zu erklären, woher der Klimawahn kommt. Zunächst ist für einen solchen globalen kollektiven Wahn unser individuelles „Ego“ entscheidend, das Angst als Brennstoff seiner Existenz braucht. Angst vor Waldsterben, Angst vor Schweinegrippe, Angst vor Klimawandel. Im zweiten Teil habe ich erläutert, dass dieses Ego nicht nur ständig Angst braucht, erzeugt und sucht, sondern dass es sich zwanghaft mit Meinungen identifiziert und zu einem kollektiven Herdentrieb neigt. Erst dann, wenn eine kritische Masse an Ego-Identifizierung erreicht ist, greift der persönliche Karrierismus in großem Stil.

DIE DEUTSCHEN IM „TAL DER AHNUNGSLOSEN

Deshalb vermute ich, dass Christopher Schrader von der Süddeutschen Zeitung nicht den Klimawahn verteidigt: er verteidigt sich selbst, seine Stellung als „Experte“ bei der SZ, diese Position will er sich von keiner Wahrheit rauben lassen, und sei sie noch so offensichtlich. Die ist sein Ego: der „Klima-Experte der SZ“. Und dieses Ego ist mit der entsprechenden „Meinung“ vollständig identifiziert. Wer den Klimawahn angreift, greift Schrader an. Und sein Ego befürchtet dabei nichts Geringeres als totale Vernichtung. Dies ist nicht nur sein Problem. Es ist ein Mechanismus, der uns alle betrifft. Beobachten Sie bei der nächsten kontroversen Diskussion einmal Ihr eigenes Gefühlsleben: wie leicht oder wie schwer würde es Ihnen fallen zu sagen: „Stimmt. Du hast Recht. Ich werde umdenken.“ ?

Zum Abschluss dieser Serie werde ich in einem 4. Teil die Frage behandeln, warum besonders die Deutschen im „Tal der Ahnungslosen“ (Dirk Maxeiner) leben, was das Erwachen aus dem Klimawahn betrifft. Dies hat mit der kollektiven Dimension des Ego zu tun und mit seiner schmerzhaften Geschichte.

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