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Es ist jetzt schon eine Woche her aber der Kommentar der beiden vom Schiff der Hamasfreunde zurückgekehrten Bundestagsabgeordneten der Linken Annette Groth und Inge Höger war einfach zu schön, um ihn hier unerwähnt zu lassen, denn die beiden Damen gaben nach der Ankunft in Deutschland bekannt, sie hätten sich „wie im Krieg gefühlt„.

Dieser Satz ist ein hübsches Beispiel für die Weltsicht der „Linken“ und ihre Realitätswahrnehmung.

Wer in Israel ist und mit offenen Augen die Situation im Land betrachtet, der muss feststellen: Israel ist im Krieg. Seit zweiundsechzig Jahren. Man kann die Soldatinnen und Soldaten überall auf den Straßen nicht übersehen. Man kann die Schulklassen nicht übersehen, die auf Ausflügen von bewaffneten Lehrern begleitet werden, man kann die Militärhubschrauber nicht übersehen, die ständig die Küsten abfliegen, man kann in Sderot die Bushaltestellen nicht übersehen, die zu Bunkern umgebaut wurden, weil seit neun Jahren 12.000 Raketen aus dem Gazastreifen abgeschossen wurden. Dieses Land ist von Feinden umgeben, Hizbollah und Hamas erklären offen die Vernichtung seiner Bevölkerung zu ihrem Ziel, Herr Achmadinedschad  arbeitet im Iran mit Hochdruck an der Atombombe und wofür er sie gern einsetzen würde, ist jedem klar. Was soll dies alles sein, wenn nicht Krieg? Warum sollten in Israel drei Jahre Wehrpflicht für Männer und zwei Jahre für Frauen Pflicht sein, mit anschließenden jährlichen Wehrübungen für Männer für ungefähr zwei weitere Jahrzehnte, wenn das Land sich nicht dringend ständig verteidigungsbereit halten müssste?

Die Geschichte der Linken ist eine Geschichte der Realitätsverweigerung

Aber die Linke weiß selbst besser, wo Krieg ist und wo nicht. Die Realität spielt dabei keine Rolle. Nur so ist zu erklären, dass die Damen Groth und Höger ganz geschockt und überrascht feststellen, dass sie sich tatsächlich „wie im Krieg“ fühlen mussten. Entscheidend ist das Wort „fühlen“, denn dass es sich um einen Krieg handelt, haben die linken Parlamentarierinnen noch immer nicht verstanden. Sie haben nur ein „Gefühl“ erlebt, ein „als ob“-Erlebnis, eine traumatische Annäherung an eine Realität, die der eigenen Ideologie im Wege steht.

Die Geschichte der Linken ist eine Geschichte der Realitätsverweigerung. Wie sonst wäre es zu erklären, dass der Kapitalismus, der in seiner Geschichte immer tendentiell den Wohlstand aller gefördert und eine Annäherung an die Demokratie begünstigt hat, als das böse System gilt, während der Sozialismus, der ausnahmslos nur Entrechtung, Verarmung und Entwürdigung gebracht hat, nach wie vor als erstrebenswerter Idealzustand gilt? Wie wäre es sonst zu erklären, dass das einzige demokratische Land im Nahen Osten die Inkarnation des Bösen ist, während die Terroristen der Hamas mit internationalen Hilfsaktionen unterstützt werden, während sie gleichzeitig in Gaza ihre Todesurteile gegen „Verräter“ vollstrecken?

Die gedachte Realität

Nach Eckhard Tolle leiden wir alle unter dem Problem, dass wir einen permanenten „Denker im Kopf“ haben. Die Tatsache, dass wir ständig unwillkürlich denken, führt dazu, dass wir sehr dem „Verrückten“ ähneln, der permanent wirr vor sich hin plappernd auf der Straße steht. Das tun wir alle, der einzige Unterschied zum Verrückten ist der, dass wir es leise tun. Dieses unkontrollierte Denken führt in vielen Fällen dazu, dass wir eine ausgeschließlich „gedachte Realität“ sehen, die mit der wirklichen Realität wenig oder nichts zu tun hat. Denn die wirkliche Realität ist nur mit den Sinnen zu erfassen, wenn der Geist ruht, wenn das unkontrollierte Denken einem bewussten Denken und echter Konzentration weicht.

Nach meiner persönlichen Überzeugung und Erfahrung sind politisch links stehende Menschen hiervon weit stärker betroffen als andere. Warum dies so ist, ist noch näher zu untersuchen aber dass es so ist, ist offensichtlich. Vielleicht liegt es daran, dass die Linke traditionell nur auf den Verstand vertraut, auf „Dialektik“ und materialistisch-atheistisches Denken. Der Konservative, der Bürgerliche, der religiös empfindende Mensch, der weniger politische Mensch auch, sind nicht so sehr im Denken verfangen, sondern beschäftigen sich in stärkerem Maße auch mit ihren Geschäften, ihren Interessen außerhalb der Gesellschaftsveränderung oder mit ihrem Vorgarten, ihrem Oldtimer oder ihrer Briefmarkensammlung. Diese „spießigen“ Interessen haben immer auch etwas meditatives, was hilft, sich aus dem Gefängnis des zwanghaften Denkens zu befreien und die Realität zu sehen.

Ich empfehle Frau Groth und Frau Höger daher Zen-Meditation, Gebet, vorübergehenden klösterlichen Rückzug oder Yoga. Ich meine dies ernst. All diese Techniken – und andere – helfen, die Realität zu erkennen. Nicht die gedachte Realität, sondern die wirkliche Realität. Dann wird auch wieder klar, wo Krieg ist und wo nicht. Und es wird auch klar, wer sich verteidigt und wer angreift. So schwer ist es nämlich gar nicht. Nur Mut!

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