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Posts Tagged ‘Ideologien’

Jede Ideologie arbeitet mit Emotionen: Angst, Wut, Mißtrauen, Unsicherheit, Verwirrung aber auch Freude, Stolz oder Geimeinschaftsgefühl gehören zum Repertoire derjenigen, die eine bestimmte Ansicht oder Weltsicht verbreiten wollen, ohne sich reiner Tatsachen und der freien sachlichen Diskussion zu bedienen. Al Gore lässt bei seinen Auftritten keine Fragen zu, nimmt an keinen öffentlichen Diskussionen teil: er verbreitet auschließlich – und sehr erfolgreich – ein Gefühl, das reicht.

Ideologie geht von denjenigen aus, die die Macht haben: die Macht in den Regierungen, in den Schulen, in den Zeitungs- und Rundfunkredaktionen, in den Familien und Unternehmen. Diese „Mächtigen“ wollen häufig eine bestimmte „Message“ rüberbringen, die diese ihnen nutzt, sie an der Macht hält, ihre Macht erweitert und das Gefühl der eigenen Wichtigkeit vergrößert. Sie haben ein Heer von Handlangern und Zuarbeitern, welche die gleichen Ziele verfolgen, nur dass sie noch nicht so weit oben auf der Leiter stehen. Diese Handlanger sind die Mächtigen von morgen und die Mitarbeit bei der Verbreitung und Förderung der momentan herrschenden Ideologie ist ihre Chance, nach oben zu kommen.

BESTIMMTE SCHLÜSSELREIZE – BESTIMMTE EMOTIONEN

Das Mittel der Ideologie ist also die Emotion. Emotionen werden durch bestimmte Schlüsselreize geweckt. Wenn ich beim Wandern im Wald etwas im Gebüsch rascheln höre, horche ich auf und schaue genau hin: es könnte Gefahr drohen. Dies ist eine uralte Reaktion, die tief in mir angelegt ist. Ich weiß, dass in unseren Wäldern keine Gefahr mehr droht aber es geht nicht um Wissen – es geht um einen Schlüsselreiz, das Rascheln im Gebüsch und eine unmittelbare Reaktion: Vorsicht, Angst. Diese Reaktion ist nicht rational, sie ist emotional. Diesen Mechanismus nutzen alle „Mächtigen“, die eine Ideologie verbreiten, also eine Ansicht oder Weltsicht, die allgemein anerkannt und verbreitet werden muss, weil sie den Mächtigen nützt.

Wenn die Handlanger der Mächtigen in den Medien bestimmte Emotionen – am hilfreichsten ist meistens Angst – wecken wollen, so müssen sie diese Schlüsselreize in uns auslösen. Benutzt werden hierfür einzelne Begriffe, denn das Ganze ist eine Frage der Zeit: wenn ich mir als Leser oder Hörer von Nachrichten die Zeit nehme wahrzunehmen, was ich empfinde, wenn ich meine emotionale Reaktion auf einen Reiz nicht überbewerte und sogar eine Beobachterhaltung einnehme, wenn ich also Ruhe bewahre und Distanz zu meiner emotionalen Reaktion schaffe, dann wirkt der Mechanismus nicht mehr. Ich werde zwar auf den Reiz noch immer mit einer Emotion reagieren, denn das ist zu tief in mir angelegt, als dass ich es sofort ablegen könnte, aber ich bin dieser Emotion nicht mehr ausgeliefert. Ich betrachte sie als das was sie ist: eine mehr körperliche als geistige Reaktion, eine momentane Empfindung, die verschwindet, wenn der Reiz verschwindet.

BESTREITET JEMAND, DASS ES EIN KLIMA GIBT?

Es muss also schnell gehen. Ein Wort – emotionale Reaktion. Ein Wort – Angst. Keine Reflexion, kein Hinterfragen. Deshalb braucht jede Ideologie bestimmte Schlagwörter, die ich als Verdummungsparolen bezeichne und fortan auf einer eigenen Seite dieses Blogs sammeln und in den entsprechenden Artikeln erläutern werde.

Beginnen möchte ich mit dem „Klimaskeptiker“ oder „Klimaleugner„. Ich bin selbstverständlich nicht der erste, dem der Irrsinn des Wortes „Klimaskeptiker“ auffällt und dennoch ist das Wort weit verbreitet, wir können  es täglich in den Zeitungen lesen. Was soll ein Klimaskeptiker sein? Bin ich skeptisch gegenüber dem Klima eingestellt? Bezweifele ich, dass es ein Klima gibt? Stelle ich in Frage, dass wir ein Klima haben? Das – und nur das – wäre der Wortsinn. Es müsste also Klimawandelskeptiker heißen oder besser Skeptiker des menschengemachten Klimawandels; diese Begriffe aber haben zwei entscheidende Nachteile: sie sind zu lang und funktionieren deshalb nicht mehr recht als Reiz, der sofort die Emotion auslöst. Und zweitens enthalten sie etwas mehr Sinn, sie erlauben schon eine Reflexion. Ein Klimawandelskeptiker wäre – obwohl das Wort hässlich ist – immerhin eine Person, deren Existenz im Pluralismus ihre Berechtigung hätte. Noch mehr gilt dies für den Skeptiker des menschengemachten Klimawandels. Ein Klimaskeptiker aber ist jemand, der das Allgemeingültige – das Klima – skeptisch betrachtet. Der Unsinn des Wortes kommt also seiner Funktion zugute. Der Klimaskeptiker soll so unsinnig erscheinen, wie das Wort selbst. Der menschengemachte Klimawandel ist – als Tatsache – sozusagen an die Stelle des Klimas selbst getreten. Wer den menschengemachten Klimawandel bestreitet, der bestreitet etwas so Offensichtliches und Unbestreitbares wie das Klima selbst.

DEN KLIMALEUGNER SPRACHLICH AUSSTOßEN

Der „Klimaleugner“ ist die Weiterentwicklung des „Klimaskeptikers“, vermutlich ist der Begriff zunehmend verwendet worden, je mehr „Klimaskeptiker“ sich abnutzte. Der „Klimaleugner“ leugnet das Offensichtliche, das Klima, bzw. den Klimawandel, bzw. den menschengemachten Klimawandel. Er leugnet, was wir alle sehen und spüren und er ist fast ein: Holocaustleugner, denn die Ähnlichkeit mit diesem Begriff ist nicht zufällig, sie wurde von den Mächtigen und ihren Handlangern wiederholt explizit genannt und unterstrichen. Der Leugner des Offensichtlichen und des größtmöglich Grausamen soll sprachlich aus der Gemeinschaft ausgestoßen werden, so wie im deutschen Sprachraum kein Platz für Holocaustleugner ist: nicht in den Schulen, nicht in den Parlamenten und nicht in den Talkshows.

Es gibt keine Klimaskeptiker. Es gibt keine Klimaleugner. Es gibt Menschen, die nicht an die allgemein verbreitete These vom menschengemachten Klimawandel glauben. Sie leugnen nicht das, was nicht zu leugnen ist. Sie fallen nur nicht auf die systematische Angstmache herein, sondern bedienen sich weiter ihres eigenen Geistes, um die Dinge zu erfassen. Eine subversive Angewohnheit.

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Das Nachschlagewerk „Schöner Denken“ von Maxeiner-Miersch-Joffe-Broder habe ich an dieser Stelle schon einmal erwähnt und diese Empfehlung sei hier – wohl nicht zum letzen Mal – wiederholt. Sie wird aus zwei Gründen wiederholt, die in meinen Zuständigkeitsbereich fallen: weil der modische Gedanke der „Nachhaltigkeit“ dem buddhistischen Prinzip der Unbeständigkeit aller Phänomene eher widerspricht als entspricht und weil das Geschwätz, von dem „Nachhaltigkeit“ umhüllt wird, längst den Tatbestand ideologischer Einlullung erfüllt.

In besagtem Buche definiert Dirk Maxeiner Nachhaltigkeit als ein „betriebswirtschaftliches Prinzip aus der Forstwirtschaft“, dem die Natur leider nicht folgt, „weil sie keine Betriebswirtschaft studiert hat“. Die Natur setze stattdessen „auf das Erfolgsprinzip ständiger Veränderung, auch Evolution genannt.“

DAS LEBEN IST NICHT NACHHALTIG

Als ich vor rund zehn Jahren begann, mein aufgeregtes Nervenkostüm mit Zen-Meditation zu beruhigen, begegnete mir in den Lehrreden der Zen-Meister der Begriff der Unbeständigkeit. Er begegnete mir nicht nur – er stellte sich mir in den Weg. Denn die Unbeständigkeit aller Phänomene ist unser menschliches Leiden: Siddharta Gautama, den wir heute als „Buddha“ (den Erwachten) kennen, hat sich der Legende nach von einem Kutscher durch die Stadt fahren lassen, als er, der Königssohn, aus dem goldenen Käfig seines Palastes floh, um einmal die wirkliche Welt zu sehen. Er sah: Alter, Krankheit und Tod, was ihm bis dahin verborgen worden war. Und er fragte den Kutscher: werden wir alle krank? Werden wir alt? Müssen wir sterben? Er erkannte, dass unser Leiden als Mensch NICHT darin besteht, dass wir krank und alt werden und schließlich sterben, sondern darin, dass wir unser Leben lang versuchen, Alter, Krankheit und Tod zu leugnen. Wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist. Weiterentwicklung, Veränderung, Kurzfristigkeit ist uns ein Greuel.

Aber Weiterentwicklung, ständige und unaufhörliche Veränderung ist das Grundprinzip des Lebens. Das Leben ist nichts anderes als permanente Veränderung. Der Stillstand ist der Tod selbst, wenn so etwas wie wirklicher Stillstand irgendwo in der Natur überhaupt nachgewiesen werden kann.

VERÄNDERUNG TIEF IN UNS AKZEPTIEREN

Hieraus folgt, dass wir eine große Chance haben: wenn wie die Unbeständigkeit aller Phänomene akzeptieren, wenn wir tief in uns annehmen, dass wir permanent und selbstverständlich altern, dass Krankheiten Teil des Lebens sind, dass der Tod Teil des Lebens ist, dann sind Alter, Krankheit und Tod kein Problem mehr. Wir sind dann frei von Angst und frei vom Leiden: erleuchtet, erwacht. Buddha, der Erwachte, wollte nichts anderes, als uns diesen Weg zeigen, nachdem er ihn selbst erfolgreich beschritten hatte.

Was ist unter diesem Ansatz mit dem Modebegriff der Nachhaltigkeit anzufangen? Die UNO definiert Nachhaltigkeit so, dass eine Generation in der Lage ist, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, ohne die Möglichkeiten anderer Generationen einzuschränken, dasselbe zu tun. Heisst das nicht Vernunft? Ist das nicht einfach das Unterlassen von sinnloser und dauerhafter Zerstörung? Geht es um Liebe zu unseren Kindern? Oder geht es darum, dass jegliche Veränderung unter einen Generalverdacht gestellt werden soll, was dem „normalen“ menschlichen Geist sehr entspräche, denn der will – siehe oben – keine Veränderung sondern das Gegenteil: Stillstand, Unveränderlichkeit, Beibehaltung des Gewohnten. War es das, was mit Nachhaltigkeit gemeint ist?

DIE VERORTUNG DER ZEITGEFÄßE

Die Neue Zürcher Zeitung vom 11.1.2008 berichtet darüber, dass Nachhaltigkeit in der Schweiz zum Lernstoff in den Schulen werden soll, es geht um „BNE“: Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Ich lese, dass die Lernenden befähigt werden sollen, „sich an gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen in Bezug auf nachhaltige Entwicklung zu beteiligen“. Das Blähwort „gesellschaftliche Aushandlungsprozesse“ kann nur mit dem Ziel verwendet werden, den wahren Inhalt dessen, was der Sprecher/Schreiber mitteilen will, zu verbergen, weil dieser den Inhalt entweder selbst nicht kennt oder nicht nennen will. Es müssten Parteien, Parlamente, Bürgerinitiativen, Medien, Zeitungen, Blogs, Schülervertretungen gemeint sein. Wo sonst handelt man gesellschaftlich etwas aus? Zur „Befähigung zur Beteiligung“ an diesen „Prozessen“ gibt es in den Schulen den Politik- und Geschichtsunterricht, werden Klassensprecher gewählt, Texte interpretiert und diskutiert und vieles andere mehr. Das kann es also nicht sein. Was ist dann gemeint?

Eine „verbindliche Verortung“ im Lehrplan soll es geben, und „Zeitgefäße“, und 1,5 Millionen Franken soll das Ganze kosten aber ein Schulfach soll es auch nicht sein: es soll „fächerübergreifend“ gelehrt werden, was auch immer es sei.

GENERELLES MISSTRAUEN GEGENÜBER DEM NEUEN?

Dann aber stutzt der Leser, der sensibel auf Ideologien reagiert: Daniel Wachter, Sektionschef „Nachhaltige Entwicklung“ beim Bundesamt für Raumentwicklung, einem von sechs Bundesämtern, die den „Massnahmenplan 2007 bis 2014“ der „Plattform BNE“ ausgearbeitet haben, erläutert, dass es „weniger um das <was> sondern um das <wie> geht. Um eine generelle „Auseinandersetzung mit Themen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit“.

Wie darf ich das verstehen? Ganz unabhängig vom <was> darf ich generelles Misstrauen gegenüber jeder technischen, industriellen oder sonstwie gearteten Neuerung erwarten, denn unsere Kinder sollen sich mit ihr immer „unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit“ auseinandersetzen? Heißt das, dass es nicht darum geht, was geschieht, es geht nur noch darum, dass möglichst wenig geschieht? Wie soll man ein Thema wie „Gentechnik“ unter diesem Ansatz anders betrachten als voller Vorurteile und von Anfang an kritisch eingestellt? Geht es darum, ein generelles Gefühl zu verbreiten? Ein Gefühl des Misstrauens gegenüber dem Neuen, gegenüber dem,  womit die Mitarbeiter der sechs Bundesämter, bei der „Plaftform BNE“ oder bei der UNO ihr Geld nicht verdienen, nämlich mit technischer Innovation, neuen Angeboten und Produkten, neuen Dienstleistungen und Ideen? Wenn es um die Verbreitung eines generellen Gefühls des Misstrauens und der Ablehnung geht, dann frage ich: geht es im Politikunterricht in Nordkorea um etwas Anderes?

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Während wir hier in Lugano – wie an anderen Orten in Europa – langsam und malerisch im Schnee versinken, beginne ich diesen Blog im Moment der Wintersonnenwende. Möge er wachsen und gedeihen wie die Tage, die ab heute länger werden.

Meine Frau kommt gerade aus Berlin wieder. Sie wollte gestern zurückkommen, doch Easy Jet und die Deutsche Bahn wollten es anders: 24 Stunden verspätet traf sie hier wieder ein, schneebedeckt, verfroren und ermüdet. Die Bahn ließ sie und Hunderte andere auf dem Bahnsteig des Berliner Hauptbahnhofes stehen:  4 Stunden lang praktisch ohne Informationen und ohne einen Ort zum Aufwärmen.

Die Wahrheit vor unseren Augen: es ist verdammt kalt. Die Tatsache: es gibt keinen globalen Erwärmungstrend mehr, seit ca. 10 Jahren. Es gibt einen langfristigen Erwärumgstrend, sonst wäre die Nordwest-Passage nicht eisfrei. Aber diese langfristige Erwärmung ist nichts Dramatischeres als das, was schon häufig passiert ist, in der Geschichte des Planeten. Zuletzt im Mittelalter als man in Schottland Wein anbaute und in Grönland Landwirtschaft betrieb.

Aber Tagesschau.de meldet die Durchhalteparole des Tages: „Auch die aktuelle Kältewelle hält den Klimawandel nicht auf: Das zu Ende gehende Jahrzehnt war in Deutschland das wärmste seit mindestens 130 Jahren.“ Ja, in Deutschland. In Südamerika und Neuseeland wachsen die Gletscher.

So möchte ich in die allgemeine Enttäuschung über Kopenhagen hineinrufen: öffnet die Augen und genießt den Schnee. Den vielen Profiteuren des Klimawahns, die (zum großen Teil mit unserem Steuergeld) forschen und Karriere machen, sich profilieren und als Retter der Erde aufspielen, dürfte es jetzt gelegentlich kalt den Rücken hinunter laufen. Mit der Aufdeckung der e-mails aus dem East-Anglia-Institut, mit dem ergebnislosen Weltrettungsgipfel in Kopenhagen und mit der kalten Realität draußen vor unserer Tür hat möglicherweise eine Wende eingesetzt. You can fool some people sometimes – but you can’t fool all the people all the time.

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