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Posts Tagged ‘Ideologie’

Wie oft haben Sie es schon erlebt, dass jemand in einer kontroversen Diskussion erklärt: „Gut, du hast mich überzeugt,  deine Argumente sind schlüssig, ich habe mich geirrt“ ? Ich nehme an, Sie müssen länger nachdenken, um einen solchen Fall aus der Erinnerung hochzuholen: es geschieht äußerst selten oder nie.

Warum geschieht das nicht? Ist nicht die Diskussion, die Verschiedenheit der Meinungen die Grundlage der Demokratie? Und hat Diskussion einen Sinn, wenn sie fast nie zu Meinungsänderungen führt? Wenn Diskussion fast nie zu Meinungsänderung führt (zumindest nicht sofort), was nützen dann Sachargumente? Wenn Sachargumente nicht entscheidend sind für unsere Meinung oder für eine mögliche Meinungsänderung, was ist dann entscheidend? Und was hat dies mit der Ideologie vom menschengemachten Klimawandel zu tun? Sehr viel, wie wir gleich sehen werden.

DAS EGO BRAUCHT ANGST

Im 1. Teil dieser Serie habe ich auf der Grundlage der Lehre von Eckhart Tolle gezeigt, dass wir alle ein gedankliches „Ego“ herausbilden. Dieses Ego hat zunächst wenig mit dem klassischen Begriff des Egoismus zu tun. Es ist vielmehr unsere Vorstellung von uns selbst. Leider sind die „Gedanken“, die diese Vorstellung von mir selbst schaffen, keine gezielten Gedanken im Sinne bewusster Überlegung, sie sind die Bruchstücke unseres zwanghaften Denkens, unseres permanenten inneren Dialogs, der uns – wie Verrückte – permanent gedanklich vor uns hin brabbeln lässt. Leider erschafft dieses wirre Gerede permanent eine Vorstellung von mir, mein „Ego“ und dieses Ego hat Angst und braucht Angst als Haupttriebkraft seiner Existenz.

Deshalb melden die Medien uns permanent Gründe für Angst (Sie steigen ja auch täglich über all die Leichen, all die Schweinegrippeopfer auf unseren Straßen, oder nicht?) und wir, als Leser, suchen nach diesen Ängsten, verlangen nach ihnen, brauchen ständig neue Gründe für Angst, rationale Gründe, gut begründete Gründe, denn wir sind ja moderne aufgeklärte Menschen.

DIE MENTALE LA-OLA-WELLE

Wenn also durch die allgemeine Angstnachfrage und den gut funktionierenden Angstlieferantenmarkt ein Produkt der Angstmaschine besonders gut läuft und eine Marke, wie zum Beispiel „Klimakatastrophe“ sich bestens etablieren kann, sodass sie bald so allgegenwärtig ist wie Coca Cola, dann kann kein Lehrer in den Schulen, kein Politiker, kein „Verantwortungsträger“ mehr daran vorbei. Es setzt ein, was Dirk Maxeiner bezeichnet als  „so etwas wie eine mentale La-Ola-Welle, bei der einige hartnäckig sitzen bleiben“. Dieser geistige Herdentrieb ist bekannt: wenn (fast) alle dasselbe sagen, muss etwas dran sein. Wenn (fast) alle in eine Richtung gehen, dann will ich nicht allein stehen.

Doch es ist nicht nur der Herdentrieb. Die Lehrer, Politiker, Journalisten, aber auch Ihre Schwester oder der Arbeitskollege nehmen sich der Sache auch innerlich an, denn: die „Klimakatastrophe“ bedroht uns alle, jeder muss einen Beitrag leisten! Die „Sache“ wird imminent wichtig, sie wird persönlich. Aber warum verschwindet die Fähigkeit, Sachargumente wahrzunehmen und – vielleicht – umzudenken? Sie verschwindet, weil das Ego, diese gedankliche Konstruktion, die mich definiert und beherrscht, sich ungemein gern mit Gedanken und Meinungen identifiziert. Das Ego ist verunsichert, wenn ich sage: „das klingt interessant aber anderes hierzu klingt auch interessant, ich weiß nicht was ich davon halten soll, ich habe keine klare Meinung dazu.“ Dies ist für das Ego unheimlich, ja gefährlich, denn dann stellt sich die Frage: wer bin ich? Für das Ego ist die Sache klar: ich bin meine Meinung.

WER MEINE MEINUNG BEDROHT, DER BEDROHT MICH

Nur so ist erklärbar, warum Menschen wegen einer „Meinungsverschiedenheit“ handgreiflich werden, wie es jedes Wochenende in deutschen Kneipen geschieht. Ich bin meine Meinung. Wer meine Meinung bedroht, bedroht mich. Wer meine Meinung gar widerlegt, der erledigt meine Meinung, der beendet sie, der beendet mich, er tötet mich. Ich bin in Lebensgefahr, wenn jemand meine Meinung bestreitet – das ist eine klinisch verrückte Wahnidee und doch ist sie uns allen als Reaktion nicht fremd.

Eine allgemein vertretene Meinung beginnt zur Ideologie zu werden, wenn diejenigen, die die Macht in den Medien, in den Bildungsinstitutionen, in den Firmen und in der Regierung haben, sich ihrer bedienen und mit ihrer Hilfe nach Totalität streben. Nicht immer nach totalitärer Herrschaft, aber nach totaler Vorherrschaft dieser einen Ansicht. Das menschliche Ego kommt dem sehr entgegen. Es beginnt mit der Angst, die gern erlebt und gern bedient wird. Es setzt sich fort mit der „mentalen La-Ola-Welle“ und der Identifikation jedes einzelnen Ego mit der allgemein vertretenen Meinung. Wenn genug einzelne Egos fest mit der einen Position identifiziert sind, wenn eine kritische Masse erreicht ist, dann wird diese Position leicht zur Ideologie im Sinne eines Strebens der Mächtigen zur Totalität dieser einen Position. Die Leugnung der totalen Position wird zum Verbrechen: National Geographic vergleicht Klimarealisten mit Holocaust-Leugnern, was suggeriert, dass diese Uneinsichtigen nicht nur das Bewiesene bestreiten, sondern auch in einem Boot sitzen mit Bewunderern von Massenmördern und uns somit alle bedrohen, weshalb wir Angst (!) vor ihnen haben sollten. Dann ist die wissenschaftliche Position auf einmal eindeutig, was ja bedeutet, dass nur EINE Deutung zulässig ist, selbst bei einem so komplexen Gebilde wie dem globalen Klima und selbst wenn wir wissen, dass es eine 400-Jahre dauernde mittelalterliche Warmphase gab, in der die Temperaturen stärker gestiegen sind, ohne industriellen CO2-Ausstoß.

WIKIPEDIA ARTIKEL ZUM KLIMAWANDEL GEFÄLSCHT

Es bleibt eindeutig, weil die nun offizielle, regierungsamtliche und „internationale anerkannte“ Ideologie und das Ego (fast) jedes Einzelnen nur diese eine Deutung akzeptieren. Und wenn es nicht eindeutig genug ist, dann werden eben 5428 Wikipedia-Artikel im Sinne der einen Deutung umgeschrieben oder gefälscht, sodass schließlich auch auf der deutschen Wikipedia Seite zur mittelalterlichen Warmzeit zu lesen ist, dass dieselbe etwas kälter war als die heutige. Ist doch eindeutig, oder? Zwar kann man heute noch keine Landwirtschaft in Grönland betreiben, was man im Mittelalter konnte, aber diese Feststellung ist ein Sachargument. Wer denkt schon an Argumente mitten in der La-Oa-Welle?

Im dritten Teil dieser Serie wird es um „Power, Money and Glory“ (Lord Monckton) gehen, die als Triebkräfte für Al Gore, der 300.000 Dollar für einen Vortrag kassiert, oder für den Weltklimarat-Präsidenten Pachauri, der aus New York für einen Tag zum Cricket spielen nach Indien und zurück jettet, nicht schwer auszumachen sind. Wer aber glaubt, diese egoistischen Triebkräfte seien es allein, die das intellektuelle Weltklima vergiften, der greift zu kurz. Hinter dem Egoismus all der Forscher und Spezialisten, der spezialisierten Journalisten und der „betroffenen“ Lehrer, die jetzt in fast jeder Schule als lokale Weltretter den Al Gore für Arme geben dürfen, steckt jeweils ein gedankliches Ego, das wir alle an uns beobachten können. Wir sollten daher die Skepsis an der Klimakatastrophe oder den „Klimarealismus“ nicht zur umgekehrten Ideologie werden lassen: wir würden in dieselbe Falle laufen.

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