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Wer englisches Fernsehen empfangen kann, der sollte sich abends nach dem letzten Spiel auf ITV1 „James Cordon’s World Cup Live“ ansehen.

In der ersten Sendung nach dem Spiel England-USA wurde zunächst klar gestellt: da Frankreich sich die Qualifikation ergaunert hat, kommt das Land während der WM in der Sendung nicht vor. Das Wort „Frankreich“ darf nicht ausgesprochen werden. Stattdessen wurde der „World Cup Wall Chart“ vorgestellt, eine große Treppenwand mit 32 Personen aus den Teilnehmerstaaten. Allerdings waren nur 31 da, ein Platz war leer und nachdem James Cordon erläutert hatte, dass Frankreich fehlen wird, erklärte er: „Was uns betrifft, so ist Irland bei der WM dabei“ und der Vertreter Irlands nahm unter großem Jubel Platz bei den anderen. Er wird sich jetzt auch allabendlich zu den Ergebnissen „seiner Mannschaft“ äußern.

Borsi Becker ist in England ein anderer Mensch

Lanciert wurde außerdem die Initiative „Back the Beard. Don’t shave for England“, mit der die Engländer aufgefordert werden, sich nicht zu rasieren, so lange ihr Land bei der WM dabei ist. In Spots fordern Wayne Rooney und die anderen Stars dazu auf mitzumachen. Ob sie wohl demnächst bärtig auf dem Platz stehen?

Die gestrige Sendung nach dem Spiel Deutschland-Australien eröffnete Corden mit den Worten: „Das ist genau das, was wir brauchen. Die Deutschen werden plötzlich fantastisch.“ Vertreten wurde der sportliche Erzfeind und Angstgegner von Boris Becker. Hierzu muss man wissen: Boris Becker ist in England ein anderer Mensch. Er ist dort in seinem wirklichen Element. Er spricht ein nahezu perfektes, elegantes Englisch und wird mit Hochachtung behandelt, wenn er sich zum Beispiel in Wimbledon als Experte zu Wort meldet. Seine Beiträge sind höflich und kompetent, meistens eher ernst und sachlich aber auch er streut in seine kurzen, prägnanten Antworten kleine ironische Bemerkungen ein: perfectly British.

Schon jetzt Resignation über den deutschen Triumph

Die Reaktionen auf den deutschen Triumph gegen Australien gingen allgemein in Richtung Resignation: da sind sie wieder, die Deutschen. Unschlagbar, wenn es ernst wird – zumindest für England. Vor allem graut den Engländern vor einem möglichen Elfmeterschießen gegen Deutschland. Das ist bisher immer schief gegangen, das kann auch in Zukunft nur schiefgehen. Deshalb organisierte Corden ein Elfmeterschießen Deutschland gegen England. Für Deutschland schoß Becker – und traf nicht – und für England versagte der Rapper Dizee Rascal, weil auch sein Ball von der Torwartlegende Peter Shilton gehalten wurde.

Mit Rascal hat James Corden das englische WM-Lied „Shout for England“ aufgenommen, das Nr. 1 der englischen Charts ist. Er ist inzwischen selbst der Numer One Comedian Großbritanniens, nach seinem Riesenerfolg als Autor und Hauptdarsteller der Comedy Serie „Gavin & Stacey“, die in Großbritannien und vor allem in Wales, wo sie teilweise spielt, so erfolgreich wurde, dass man zeitweise ensthaft erwogen hat, den Flughafen von Cardiff in „Gavin & Stacey Airport“ umzubenennen. James Corden ist witzig und spontan, einfallsreich und immer sportsmanlike, trotz aller Ironie. Reinschauen!

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