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Wenn ich nicht irre, ist das Wort „Verschwörungstheorie“ gemeinsam mit dem Internet entstanden, mit dem Beginn des neuen Zeitalters, der Zeitenwende, die kommende Generationen möglicherweise ähnlich gewichten werden wie wir Christi Geburt: der Moment, in dem die globale Vernetzung der Informationen begann.

Die globale Vernetzung ändert unser Leben und sie ändert alles an der Produktion, Verbreitung und Aufnahme von Nachrichten. Während vormals wenige Auserwählte Nachrichten produzieren und verbreiten konnten, und alle Empfänger gezwungen waren, sich allein aus diesen Quellen zu informieren, so ist es jetzt Vielen möglich, Informationen zu verbreiten und ebenso viele können sich sowohl über die traditionellen Medien als auch aus den neuen Quellen informieren.

WER SAGT DAS UNSAGBARE?

So entstand der Begriff der „Verschwörungstheorie“: die traditionellen Medien, die Zeitungs- und Fernsehredaktionen begannen um ihre Macht zu bangen und brauchten einen Begriff, der schnell und einfach ein Gefühl des Misstrauens erzeugt, der sofort diskreditiert, was nicht von ihnen stammt, was mit ihrer traditionellen Art, Nachrichten zu verbreiten nicht übereinstimmt: denn die traditionelle Art der Nachrichtenerstellung und -verbreitung durch die Massenmedien ist auch ohne direkte Zensur eine mit der Macht abgestimmte.

Keine Zeitungsredaktion kann ungestraft das Unsagbare sagen. Sobald das Unsagbare die politisch Mächtigen in Gefahr bringt, wird diese Zeitung, diese Redaktion, dieser Journalist kein Interview mehr bekommen, er wird aus dem Sphäre der Gunst der betroffenen Politiker herausfallen, er wird geächtet, zu einem Außenseiter gemacht. Ich kenne den Fall einer deutschen Radiojournalistin, die es vor einigen Jahren auf einer Pressekonferenz von Ferrari wagte, Michael Schumacher eine scherzhafte Frage zur Aussage einer Wahrsagerin über eine zu erwartende Liebesaffäre mit einem italienischen Showgirl zu stellen: dem vollkommen humorfreien Herrn Schumacher gefiel der Scherz nicht und für die Jouranlistin war es ihre letzte Pressekonferenz bei Ferrari. So schnell kann das gehen.

Helmut Kohl hat während seiner Amtszeit als Bundeskanzler lange Jahre ein Verhältnis zu seiner Mitarbeiterin Juliane Weber gehabt. Das „politische Bonn“ wusste dies, es war ein offenes Geheimnis. Vielleicht steht dies in einer direkten Verbindung zu der seltsamen „Lichtallergie“ der Hannelore Kohl. Etwas durfte nicht ans Licht kommen. Licht war gefährlich, nicht nur für das Ehepaar Kohl sondern auch für eventuelle Journalisten. Wer hat seinerzeit darüber berichtet?

KEINE GEFÄLSCHTE MONDLANDUNG – KEINE ZWEIFEL

Ab dem 11. September 2001 funktionierte der Begriff „Verschwörungstheorie“ bestens: im Internet kursierten so viele Berichte, Kommentare und Zweifel an der offiziellen Position, dass nun war jedem klar war, dass damit wirre Internetschreiberlinge gemeint sind, die Unglaubliches und Unglaubwürdiges verbreiten.

Tatsächlich erlaubt das Internet etwas, was vorher so schnell nicht möglich war: die unmittelbare Diskussion verschiedener Ideen und Möglichkeiten, verschiedener Thesen und Theoreme. Eine Diskussion also, die vorher akademischen Kreisen und ihren Publikationen, Buchautoren oder professionellen Journalisten vorbehalten war. So werden in der Tat Theorien verbreitet, die eine gewisse Neugier wecken und sich bei näherer Betrachtung als unhaltbar erweisen. Eine davon erlangte Berühmtheit, weil sie fortan als Paradebeispiel der entlarvten „Verschwörungstheorie“ dienen musste: die gefälschte Mondlandung.

Diese Theorie von der Mondlandung, die niemals stattgefunden haben soll, sondern in einem Filmstudio inszeniert worden sei, ist das größte Geschenk für die Benutzer des Ideologiebegriffes „Verschwörungstheorie“ geworden. Das Beispiel zeige nämlich, dass es zwar Indizien gegeben haben mag, wie die flatternde US-Fahne auf dem Mond, der keine Atmosphäre hat, weshalb nichts flattern kann, dass aber die Faktenlage dennoch eindeutig und die Mondlandung vielfältig bewiesen ist. Die Fahne flatterte wegen der Belüftungsanlage der Landekapsel und für alle anderen Behauptungen gibt es ebenfalls Erklärungen. Ergo: „Verschwörungstheorien“ aus dem Internet sind generell Unsinn. Auch Al Gore nennt das Beispiel der armen Irren, die an eine gefälschte Mondlandung glauben, wenn er mit der unglaublichen Tatsache konfrontiert wird, dass es Menschen gibt, die seiner Klimaideologie nicht glauben.

KEIN VERTRAUEN MEHR IN DIE TAGESSCHAU

Eines kann ich verstehen: es entsteht Unbehagen, wenn man mit der Tatsache konfrontiert wird, dass wichtige Ereignisse unserer Zeit auf Lüge basieren, dass die Regierungen und Medien uns teilweise die Unwahrheit andrehen. Wem soll ich dann noch glauben? Wem kann ich noch vertrauen, wenn ich erkennen muss, dass ich der Tagesschau nicht mehr glauben kann, die doch eine geheiligte Tradition und Institution darstellt, deren 20.00-Uhr Signal unsere moderne Kirchenglocke geworden ist? Dieses Unbehagen kann ich verstehen und es spielt eine große Rolle bei der Bereitschaft, unbequeme Tatsachen ohne näheres Hinsehen als „Verschwörungstheorie“ abzustempeln und uns so vom Leib zu halten. Denn die Alternative ist allein die, dass ich nur noch mir selbst und meiner Fähigkeit vertraue, Informationen selbstständig einzuholen, zu bewerten und mir daraus eine von ideologischer Beeinflussung freie Vorstellung von der Welt zu schaffen. Das ist nicht nur mühsam, es kann auch einsam machen, wenn man bald feststellen muss, dass man damit in der Familie, im Freundeskreis und bei den Kollegen ziemlich allein steht.

Im November 2009 sind emails aus einem der vier Forschungsinstitute veröffentlicht worden, die den sogenannten „Weltklimarat“ mit Daten beliefern. Diese emails zeigen klar, dass die wichtigsten Klimaforscher Daten manipuliert haben, Kritiker in den eigenen Reihen isolieren, Lügen verbreiten und die Wahrheit zurückhalten. Dies ist keine Behauptung. Es ist die Feststellung einer bewiesenen Tatsache. Aber worum handelt es sich bei Climategate? Selbstverständlich um eine „Verschwörungstheorie„.

Wir sollten immer dann, wenn der Begriff „Verschwörungstheorie“ in den Massenmedien oder von Politikern verwendet wird, näher hinschauen: die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Mächtigen den Begriff verwenden, weil die Wahrheit gesagt wird. Man könnte die ärgerliche und verlogene Verwendung dieses Wortes somit als eine Art Prädikat verstehen. Ein wirklicher Trost ist das nicht, aber auf unseren kleinen Inseln der Ideologiefreiheit im Ozean der Lüge muss man mit wenig zufrieden sein.

Hinweis in eigener Sache: Dieser Artikel wurde nach dem Kommentar von Thomas Eppinger umgeschrieben, der tatsächlich dazu geführt hat, dass ich meine Meinung zum 11. September 2001 wesentlich geändert habe. Ich empfehle zur weiteren Beschäftigung mit diesem Thema, aufmerksam die Artikel zu lesen, die Herr Eppinger in seinen Links angibt. Hierfür an dieser Stelle noch einmal Danke.

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Al Gore nimmt 300.000 Dollar für einen Vortrag. Er war unter Clinton kein besonders beeindruckender Vizepräsident, er hat die Wahl 2000 gegen Bush verloren und erst der Klimawahn der letzten Jahre hat aus ihm gemacht, was er immer werden wollte: der Einzigartige, der Weltenretter, der globale Held. Der Messias jedoch ist er nicht. Der Job ist schon vergeben: das ist Obama.

Auch der Chef des „Intergovernmental Panel on Climate Change“, eines Gremiums, das die Deutschen sehr bezeichnenderweise „Weltklimarat“ nennen, als wäre es schon die Weltregierung, Herr Rajendra Pachauri aus Indien, verdient persönlich bestens am Klimawahn, den er selbst auf höchster Ebene vorantreibt. Er ist Beirat der Chicago Climate Exchange, der größten Börse für den Handel mit Emissionsrechten, Berater bei zahlreichen Risikokapitalfirmen im Bereich erneuerbarer Energien und er ist für den indischen Tata-Konzern tätig, dem inzwischen Land Rover und Jaguar gehören. Der von ihm forcierte Handel mit Emissionsrechten hat zum Beispiel dazu geführt, das die Produktion von jährlich 3 Millionen Tonnen Stahl aus einem britischen Werk nach Indien verlagert wurde: in ein Werk des Tata-Konzerns. 1700 britische Angestellte verloren so ihren Job im Namen des Weltklimas, welches sich durch die Verlagerung in keiner Weise verbesserte. Allerdings verbesserte sich die Bilanz des Tata-Konzerns und ihres Beraters Pachauri, der außerdem die Yale-Universität und die Deutsche Bank berät, sowie – bis vor kurzem – den Toyota-Konzern.

ARBEIT MIT EMOTIONEN

Aber es gibt viele, sehr viele, die auf etwas geringerer Ebene als Gore und Pachauri vom Klimawahn profitieren und sie sitzen in den Medien und in den Forschungsinstituten. Nehmen wir zum Beispiel Christopher Schrader von der Süddeutschen Zeitung und als Beispiel seinen Artikel „Ein Fest für Klimaskeptiker“ vom 24.11.2009, in dem er den Climategate-Skandal behandelt.

In den einleitenden Sätzen seines Artikels ist von amerikanischen Gerichtsthrillern die Rede, in denen „windige Verteidiger“ auftreten, die „miese Tricks“ verwenden. Es geht dabei um „Informationen aus dubioser Quelle“, die vor Gericht eigentlich „nicht verwendet werden dürfen“. Mit diesem kleinen Adjektiv-Festival stellt Schrader nicht nur schon eingangs klar, dass er nicht schreiben kann, sondern er schafft auch eine geeignete emotionale Grundeinstellung beim Leser: windig, mies, dubios, darf nicht verwendet werden. Remember: jede Ideologie arbeitet mit Emotionen!

DIE SÜDDEUTSCHE ZEITUNG UND DIE WAHRHEIT – EINE GEGENÜBERSTELLUNG

Dann folgt der „Informationsteil“ seines Artikels. Ich werde im Folgenden einige Bewertungen Schraders den Inhalten der Climategate-emails gegenüberstellen:

Schrader: „Die Experten diskutieren darin in vertraulichem Ton, wie mit Kritikern umgegangen werden soll….“
Climategate e-mail von Tom Wigley: „If you think that Saiers is in the greenhouse sceptics camp, then, if we can find documentary evidence of this, we can go through official AGU channels to get him ousted.“ (Anm. Divan: to oust = jdn. vertreiben, verdrängen, absägen, ausschließen, entlassen)

Schrader: „….oder wie sich Probleme beim Umgang mit Daten lösen lassen.“
Climategate email von Phil Jones: „I’m getting hassled by a couple of people to release the CRU station temperature data. Don’t any of you three tell anybody that the UK has a Freedom of Information Act.“

Oder die Climategate email von Tom Wigley zum selben Aspekt der „Problemlösung beim Umgang mit Daten“: “ Phil, Here are some speculations on correcting SSTs to partly explain the 1940s warming blip. If you look at the attached plot you will see that the land also shows the 1940s blip (as I’m sure you know). So, if we could reduce the ocean blip by, say, 0,15 degC, then this would be significant for the global mean — but we’d still have to explain the land blip.“ (Anm. Divan: blip = Abweichung, Ausreißer)

Schrader: „Manch einer will in den Dokumenten Datenmanipulationen der Wissenschaftler erkennen.“
Climategate email von Phil Jones: „I’ve just completed Mike’s Nature trick of adding in the real temps to each series for the last 20 years (ie from 1981 onwards) amd from 1961 for Keith’s to hide the decline.“

ES GEHT NICHT UM WAHRHEIT

Man könnte die Liste lang fortsetzen. Wer die Climategate-mails oder die wichtigsten Auszüge daraus liest, kann keinen Zweifel haben, dass Daten gefälscht und zurückgehalten werden, dass Kritiker mundtot gemacht merden. Dies ist keine „Verschwörungstheorie“, dies ist der Verschwörungsbeweis und wer ihn nicht anerkennt, der will ihn nicht anerkennen.

Die Grundeinstellung der Autoren wird sehr schön zusammengefasst in einer weiteren Climategate email von Michael Mann: „As we all know, this isn’t about truth at all, its about plausibly deniable accusations.“ Nochmal auf Deutsch zum Genießen: „Wie wir alle wissen, geht es hier überhaupt nicht um Wahrheit, es geht um plausibel widerlegbare Anschuldigungen.“

EINE FRAGE AN CHRISTOPHER SCHRADER

Die emails gestehen ein, dass der urbane Wämeeffekt besteht. Sie gestehen ein, dass seit langem keine Erwärmung stattfindet. Sie gestehen ein, dass die mittelalterliche Warmzeit wärmer war als heute. Sie fordern und belegen an zahlreichen Stellen, dass Daten aktiv manipuliert werden. Herr Schrader, ich frage Sie: was für Beweise brauchen Sie noch, dass die Autoren dieser mails betrügen? Oder wollen sie diese Beweise nicht anerkennen, weil Sie selbst die Wahrheit vertuschen, weil Sie etwa selbst – im weiteren Sinne – zur Bande gehören?

Ich habe in den beiden vorherigen Teilen dieser Artikelserie gezeigt, dass der reine Vorwurf der persönlichen Bereicherung und der Verschaffung von Vorteilen nicht ausreicht, um zu erklären, woher der Klimawahn kommt. Zunächst ist für einen solchen globalen kollektiven Wahn unser individuelles „Ego“ entscheidend, das Angst als Brennstoff seiner Existenz braucht. Angst vor Waldsterben, Angst vor Schweinegrippe, Angst vor Klimawandel. Im zweiten Teil habe ich erläutert, dass dieses Ego nicht nur ständig Angst braucht, erzeugt und sucht, sondern dass es sich zwanghaft mit Meinungen identifiziert und zu einem kollektiven Herdentrieb neigt. Erst dann, wenn eine kritische Masse an Ego-Identifizierung erreicht ist, greift der persönliche Karrierismus in großem Stil.

DIE DEUTSCHEN IM „TAL DER AHNUNGSLOSEN

Deshalb vermute ich, dass Christopher Schrader von der Süddeutschen Zeitung nicht den Klimawahn verteidigt: er verteidigt sich selbst, seine Stellung als „Experte“ bei der SZ, diese Position will er sich von keiner Wahrheit rauben lassen, und sei sie noch so offensichtlich. Die ist sein Ego: der „Klima-Experte der SZ“. Und dieses Ego ist mit der entsprechenden „Meinung“ vollständig identifiziert. Wer den Klimawahn angreift, greift Schrader an. Und sein Ego befürchtet dabei nichts Geringeres als totale Vernichtung. Dies ist nicht nur sein Problem. Es ist ein Mechanismus, der uns alle betrifft. Beobachten Sie bei der nächsten kontroversen Diskussion einmal Ihr eigenes Gefühlsleben: wie leicht oder wie schwer würde es Ihnen fallen zu sagen: „Stimmt. Du hast Recht. Ich werde umdenken.“ ?

Zum Abschluss dieser Serie werde ich in einem 4. Teil die Frage behandeln, warum besonders die Deutschen im „Tal der Ahnungslosen“ (Dirk Maxeiner) leben, was das Erwachen aus dem Klimawahn betrifft. Dies hat mit der kollektiven Dimension des Ego zu tun und mit seiner schmerzhaften Geschichte.

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Wie oft haben Sie es schon erlebt, dass jemand in einer kontroversen Diskussion erklärt: „Gut, du hast mich überzeugt,  deine Argumente sind schlüssig, ich habe mich geirrt“ ? Ich nehme an, Sie müssen länger nachdenken, um einen solchen Fall aus der Erinnerung hochzuholen: es geschieht äußerst selten oder nie.

Warum geschieht das nicht? Ist nicht die Diskussion, die Verschiedenheit der Meinungen die Grundlage der Demokratie? Und hat Diskussion einen Sinn, wenn sie fast nie zu Meinungsänderungen führt? Wenn Diskussion fast nie zu Meinungsänderung führt (zumindest nicht sofort), was nützen dann Sachargumente? Wenn Sachargumente nicht entscheidend sind für unsere Meinung oder für eine mögliche Meinungsänderung, was ist dann entscheidend? Und was hat dies mit der Ideologie vom menschengemachten Klimawandel zu tun? Sehr viel, wie wir gleich sehen werden.

DAS EGO BRAUCHT ANGST

Im 1. Teil dieser Serie habe ich auf der Grundlage der Lehre von Eckhart Tolle gezeigt, dass wir alle ein gedankliches „Ego“ herausbilden. Dieses Ego hat zunächst wenig mit dem klassischen Begriff des Egoismus zu tun. Es ist vielmehr unsere Vorstellung von uns selbst. Leider sind die „Gedanken“, die diese Vorstellung von mir selbst schaffen, keine gezielten Gedanken im Sinne bewusster Überlegung, sie sind die Bruchstücke unseres zwanghaften Denkens, unseres permanenten inneren Dialogs, der uns – wie Verrückte – permanent gedanklich vor uns hin brabbeln lässt. Leider erschafft dieses wirre Gerede permanent eine Vorstellung von mir, mein „Ego“ und dieses Ego hat Angst und braucht Angst als Haupttriebkraft seiner Existenz.

Deshalb melden die Medien uns permanent Gründe für Angst (Sie steigen ja auch täglich über all die Leichen, all die Schweinegrippeopfer auf unseren Straßen, oder nicht?) und wir, als Leser, suchen nach diesen Ängsten, verlangen nach ihnen, brauchen ständig neue Gründe für Angst, rationale Gründe, gut begründete Gründe, denn wir sind ja moderne aufgeklärte Menschen.

DIE MENTALE LA-OLA-WELLE

Wenn also durch die allgemeine Angstnachfrage und den gut funktionierenden Angstlieferantenmarkt ein Produkt der Angstmaschine besonders gut läuft und eine Marke, wie zum Beispiel „Klimakatastrophe“ sich bestens etablieren kann, sodass sie bald so allgegenwärtig ist wie Coca Cola, dann kann kein Lehrer in den Schulen, kein Politiker, kein „Verantwortungsträger“ mehr daran vorbei. Es setzt ein, was Dirk Maxeiner bezeichnet als  „so etwas wie eine mentale La-Ola-Welle, bei der einige hartnäckig sitzen bleiben“. Dieser geistige Herdentrieb ist bekannt: wenn (fast) alle dasselbe sagen, muss etwas dran sein. Wenn (fast) alle in eine Richtung gehen, dann will ich nicht allein stehen.

Doch es ist nicht nur der Herdentrieb. Die Lehrer, Politiker, Journalisten, aber auch Ihre Schwester oder der Arbeitskollege nehmen sich der Sache auch innerlich an, denn: die „Klimakatastrophe“ bedroht uns alle, jeder muss einen Beitrag leisten! Die „Sache“ wird imminent wichtig, sie wird persönlich. Aber warum verschwindet die Fähigkeit, Sachargumente wahrzunehmen und – vielleicht – umzudenken? Sie verschwindet, weil das Ego, diese gedankliche Konstruktion, die mich definiert und beherrscht, sich ungemein gern mit Gedanken und Meinungen identifiziert. Das Ego ist verunsichert, wenn ich sage: „das klingt interessant aber anderes hierzu klingt auch interessant, ich weiß nicht was ich davon halten soll, ich habe keine klare Meinung dazu.“ Dies ist für das Ego unheimlich, ja gefährlich, denn dann stellt sich die Frage: wer bin ich? Für das Ego ist die Sache klar: ich bin meine Meinung.

WER MEINE MEINUNG BEDROHT, DER BEDROHT MICH

Nur so ist erklärbar, warum Menschen wegen einer „Meinungsverschiedenheit“ handgreiflich werden, wie es jedes Wochenende in deutschen Kneipen geschieht. Ich bin meine Meinung. Wer meine Meinung bedroht, bedroht mich. Wer meine Meinung gar widerlegt, der erledigt meine Meinung, der beendet sie, der beendet mich, er tötet mich. Ich bin in Lebensgefahr, wenn jemand meine Meinung bestreitet – das ist eine klinisch verrückte Wahnidee und doch ist sie uns allen als Reaktion nicht fremd.

Eine allgemein vertretene Meinung beginnt zur Ideologie zu werden, wenn diejenigen, die die Macht in den Medien, in den Bildungsinstitutionen, in den Firmen und in der Regierung haben, sich ihrer bedienen und mit ihrer Hilfe nach Totalität streben. Nicht immer nach totalitärer Herrschaft, aber nach totaler Vorherrschaft dieser einen Ansicht. Das menschliche Ego kommt dem sehr entgegen. Es beginnt mit der Angst, die gern erlebt und gern bedient wird. Es setzt sich fort mit der „mentalen La-Ola-Welle“ und der Identifikation jedes einzelnen Ego mit der allgemein vertretenen Meinung. Wenn genug einzelne Egos fest mit der einen Position identifiziert sind, wenn eine kritische Masse erreicht ist, dann wird diese Position leicht zur Ideologie im Sinne eines Strebens der Mächtigen zur Totalität dieser einen Position. Die Leugnung der totalen Position wird zum Verbrechen: National Geographic vergleicht Klimarealisten mit Holocaust-Leugnern, was suggeriert, dass diese Uneinsichtigen nicht nur das Bewiesene bestreiten, sondern auch in einem Boot sitzen mit Bewunderern von Massenmördern und uns somit alle bedrohen, weshalb wir Angst (!) vor ihnen haben sollten. Dann ist die wissenschaftliche Position auf einmal eindeutig, was ja bedeutet, dass nur EINE Deutung zulässig ist, selbst bei einem so komplexen Gebilde wie dem globalen Klima und selbst wenn wir wissen, dass es eine 400-Jahre dauernde mittelalterliche Warmphase gab, in der die Temperaturen stärker gestiegen sind, ohne industriellen CO2-Ausstoß.

WIKIPEDIA ARTIKEL ZUM KLIMAWANDEL GEFÄLSCHT

Es bleibt eindeutig, weil die nun offizielle, regierungsamtliche und „internationale anerkannte“ Ideologie und das Ego (fast) jedes Einzelnen nur diese eine Deutung akzeptieren. Und wenn es nicht eindeutig genug ist, dann werden eben 5428 Wikipedia-Artikel im Sinne der einen Deutung umgeschrieben oder gefälscht, sodass schließlich auch auf der deutschen Wikipedia Seite zur mittelalterlichen Warmzeit zu lesen ist, dass dieselbe etwas kälter war als die heutige. Ist doch eindeutig, oder? Zwar kann man heute noch keine Landwirtschaft in Grönland betreiben, was man im Mittelalter konnte, aber diese Feststellung ist ein Sachargument. Wer denkt schon an Argumente mitten in der La-Oa-Welle?

Im dritten Teil dieser Serie wird es um „Power, Money and Glory“ (Lord Monckton) gehen, die als Triebkräfte für Al Gore, der 300.000 Dollar für einen Vortrag kassiert, oder für den Weltklimarat-Präsidenten Pachauri, der aus New York für einen Tag zum Cricket spielen nach Indien und zurück jettet, nicht schwer auszumachen sind. Wer aber glaubt, diese egoistischen Triebkräfte seien es allein, die das intellektuelle Weltklima vergiften, der greift zu kurz. Hinter dem Egoismus all der Forscher und Spezialisten, der spezialisierten Journalisten und der „betroffenen“ Lehrer, die jetzt in fast jeder Schule als lokale Weltretter den Al Gore für Arme geben dürfen, steckt jeweils ein gedankliches Ego, das wir alle an uns beobachten können. Wir sollten daher die Skepsis an der Klimakatastrophe oder den „Klimarealismus“ nicht zur umgekehrten Ideologie werden lassen: wir würden in dieselbe Falle laufen.

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