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Archive for Februar 2010

Sehr zu empfehlen in Haifa ist das Hotel „Colony“, wo wir Quartier bezogen haben. Deutsche sind hier besonders willkommen: der Hotelmanager meint, man solle die Tradition fortsetzen, denn die Deutschen hätten dies hier ja schließlich alles geschaffen. Die „Templer“ aus Württemberg, die nichts mit dem Templerorden zu tun haben, haben die Häuser an dieser Straße, die heute das Prachtstück von Haifa ist, im neunzehnten Jahrhundert gebaut und obwohl sie im zweiten Weltkrieg von den Briten verjagt wurden: die Straße und ihre Häuser gibt es noch und über den Eingängen sieht man ihre frommen deutschen Schriftzüge, meist Bibelzitate.

Die Straße ist heute eine der besten Restaurant- und Kneipenstraßen der Stadt, die David Ben Gurion-Avenue. Im Eingangsbereich des Hotels sieht man die Fotos der Familie Appinger, die das Hotel eröffnete und betrieb. Es wurde erst im Sommer 2009 nach langem Umbau neu eröffnet und bietet gemütliche Zimmer und gutes Frühstück in bürgerlich-deutschem Ambiente in Haifa.

Diese Templer wollten sich selbst und das Heilige Land auf die Wiederkehr Jesu vorbereiten. Die Fotos im Eingangsbereich des Hotels sind aber aus mehr als einem Grund interessant, denn sie zeigen Haifa zur Zeit der Templer (1890) und rund sechzig Jahre vor Gründung des Staates Israel: außer der von ihnen geschaffenen Siedlung, die im Wesentlichen aus der einen Straße bestand, gab es hier nämlich nichts. Auch bauten die deutschen Siedler die erste Straße nach Nazareth, die mit Kutschen befahrbar war. Dies ist eine interessante Bestätigung der Reiseberichte zum Beispiel von Mark Twain oder der vorhandenen Fotografien aus der Zeit vor der jüdischen Einwanderung, die belegen, dass das Land äußerst dünn besiedelt war, nicht kultiviert wurde, weitgehend brach lag und keine Infrastruktur, Schulen oder Ähnliches hatte. Viele der Araber, die sich später beschwerten, die Juden hätten ihnen das Land weggenommen, sind erst wegen dieser Juden aus Syrien und dem Libanon hier her gekommen: weil die Juden das Land fruchtbar machten, Siedlungen errichteten und Arbeitskräfte brauchten.

Die Araber in Haifa sind heute in der Mehrzahl Christen und leben mit den Juden und Moslems der Stadt erstaunlich problemlos zusammen. Es steht in den Reiseführern und wer ein bißchen mit den Leuten ins Gespräch kommt, stellt fest: es stimmt. Jacky, der jüdische Polizist, den wir bei seinem Freund, dem arabischen-muslimischen Friseur im Stadtteil Wadi Nisnas darauf ansprechen, sagt schlicht: hier klappts gut, weil hier gute Menschen sind. Er selbst kommt aus Syrien und sieht aus wie ein Araber, während sein arabischer Freund, der Friseur, vollkommen europäisch erscheint. Jackie erläutert uns, dass er sehr wohl gläubig sei. Im Dienst dürfe er keine Kippa auf dem Kopf tragen aber da gäbe es ja Lösungen: er lüftet die Dienstmütze, unter der die Kippa versteckt ist. Dann lacht er und erzählt uns von dem großen Festival im Dezember, bei dem Ramadan, Chanukah and Weihnachten gemeinsam gefeiert werden.

Wir bedanken uns bei den freundlichen Herren und ich verlasse mit stolzgeschwellter Brust diesen Friseurladen, weil ich das ganze Gespräch auf Hebräisch bestreiten konnte. Ich habe nicht jedes Wort verstanden aber es ging. Zehn Monate harte Arbeit waren nicht umsonst.

Haifa erscheint uns extrem interessant. Groß und lebendig, aber nicht ganz so stressig und laut wie Tel Aviv, vielfältig und farbig, tolerant und gelassen. Ein  großer offener Geist scheint die Stadt zu durchwehen, vielleicht haben die toleranten Bahai deshalb hier ihr Weltzentrum errichtet, ich weiß es nicht, ich hatte zu wenig Zeit hier, um mich in diesem Gemisch der Kulturen, Religionen und Sprachen – Russisch ist seit 1990 zu einer der wichtigsten Sprachen hier geworden – auch damit noch zu befassen. Wir sind jedenfalls auf den Geschmack gekommen, wir werden wiederkommen. Vielleicht im Dezember. Warum nicht?

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Die Sache spielt sich abends ab. Es gibt nicht zuerst eine Zeremonie, in der Kirche oder auf dem Standesamt und anschließend eine Feierlichkeit – der Rabbi kommt direkt bei der Party vorbei und erledigt alles vor Ort: kundenfreundliche Dienstleistung.

Was er sagt, verstehe ich nicht. Mein derzeitiges Hebräisch erlaubt mir das Verständnis von ungefähr jedem dritten bis fünften Wort – zu wenig für eine Inhaltsangabe. Die Hochzeitsgäste sind jedenfalls gerührt und berührt von den Worten des Gottesmannes, der außerdem mehrfach Heiterkeit auslöst.

Der offizielle Teil mit dem Heranschreiten von Gatte und Braut, jeweils von den Eltern begleitet, mit der Aufstellung unter einer Art Baldachin, mit den Gesängen und Rezitationen des Rabbiners bis zum schlussendlichen Zertreten des Glases geht relativ rasch vonstatten. Dann Gratulationsdefilee und schließlich alle zurück an die Tische zum Essen fassen.

Wer italienische Hochzeiten gewöhnt ist, der erwartet jetzt ein mehrstündiges Gelage mit achthundert Gängen und stundenlanger Schwerstarbeit. Aber nichts dergleichen geschieht: man bedient sich am Buffet und speist in Ruhe etwa eine halbe Stunde lang. Dann ergreift eines der Kinder das Mikrofon und eröffnet – jetzt verstehe ich die hebräische Ansage! – den hauptsächlichen Teil des Abends und der Feier: let’s dance!

Ab jetzt beginnt ein Non Stop-Tanzen bis in die Morgenstunden und alle machen mit: Kinder, Alte, Brautpaar, Familie, Freunde. Ab jetzt findet die Feier auf der Tanzfläche statt. Dort wird getrunken, geredet, gelacht, fotografiert, gefilmt und eben: getanzt. Kurze Pausen für Toilettengänge oder ein Glas Wasser werden toleriert doch wer dann wieder dabei sein will, der sollte zurückkehren ins Getümmel.

Die Musik, in unserem Fall von professionellen DJs aufgelegt, deckt ein sehr weites Spektrum ab: es beginnt mit Madonna und einigen aktuellen Dance-Krachern, schwenkt bald ins leicht Traditionelle, Klezmer und arabische Rhythmen wechseln sich ab, kehrt dann wieder zum gegenwärtig funktionierenden Hip-Hop-Dance-Gewummer zurück, berührt einige Klassiker der achtziger Jahre, aber nur kurz, denn dafür war es noch zu früh. Also doch lieber Latin und solider Techno, der jedem in die Beine geht und die Tanzflächenpopolation hoch hält. Alles eine Frage der Lautstärke: Gespräche gehen kaum also, was soll man machen? Man tanzt halt, in der Hoffnung auf bessere oder zumindest für unser Ohr gängigere Musik. Die kommt nach Mitternacht, nachdem die ersten weniger discoresistenten Gäste das Feld geräumt haben. Jetzt funktionieren auch die Klassiker der neunziger, achtiziger und siebziger Jahre bis hin zu „Fade to gray“ von „Visage“ oder den frühen The Cure. Der DJ gibt alles und wir geben alles: ein produktives Land, auch auf der Tanzfläche.

Die Menschen bleiben in Kommunikation beim Tanzen, man schaut einander an, lächelt, scherzt, schubst, nötigt zum Schnapstrinken, lacht über die Faxen der anderen oder über den Vater, der mit seinem Sohn auf der Schulter abrockt. Man isoliert sich nicht, man tanzt zusammen, mit der Kippa auf dem Kopf oder der Krawatte am Hals oder im inzwischen offenen Hemd; viele Frauen entledigen sich der lästigen hohen Schuhe, tanzen barfuß, Eleganz ist jetzt nicht mehr wichtig, es geht ums Tanzen. Man bildet ein Team, eine eingeschworene Mannschaft mit dem DJ an der Spitze und mit Kurs auf die frühen Morgenstunden.

Als die erreicht sind und die Massenekstase langsam verebbt, muss ich unserem Gastgeber, dem Bräutigam, bei einem letzten Whiskey ein Kompliment für seine Kondition aussprechen: er hat 5 Stunden durchgetanzt und durchgetrunken, ohne Ermüdungserscheinungen und ohne Pillen. Überhaupt spielen Drogen und Alkohol an diesem Abend keine Rolle. Alkohol wird getrunken aber niemand war betrunken, nicht einmal andeutungsweise, niemand wurde unangenehm.

Israel ist ein dynamisches Land. Wenn ich morgens den Tag mit einer Meditation am Strand beginne, ist um mich herum nur Bewegung: Jogger, Hunde, eilige Spaziergänger, Fahrräder, Müllmänner, Polizeihubschrauber. Ich fühle mich ein bißchen wie eine Insel in tosenden Wellen, zumal die Wellen hier tatsächlich gern tosen. Auf der Hochzeit nahm diese Tendenz zur Bewegung etwas Ekstatisches an, was jedoch heiter und lebensfroh wirkte. Ich hoffe nur, die Ehe der beiden wird ruhiger, obwohl zumindest der Bräutigam einiges auszuhalten scheint. Langsam wird mir klar, warum man hier alle Kriege gegen zahlenmäßig übermächtige Gegner gewinnen konnte: let’s dance.

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Am Strand von Herzliya gibt es eine dieser coolen Strandbars. Dort isst man ein mächtiges Karich (Sandwich) zu elektronischer Musik. Und man freut sich über den Blick in die Weite, aufs Meer und diese Sommerwärme hier am neunten Februar. Dann geht man los. Es ist ein Strand wie viele andere.

Am Strand von Herzliya gibt es fast eine Steilküste aus Sand, so sieht man links nur die Weite des Meeres und rechts eine Wand aus Sand. Am Strand von Herzliya gibt es endlos viele Muscheln, er besteht aus Muscheln, ist ein Muschelstrand.

Am Strand von Herzliya geht man nach Norden oder Süden – natürlich, so ist Israel. Geht man weg von den Hotels und vom Hafen, so geht man weg von Gaza und hinauf nach Haifa und zum Libanon aber das ist nur Vorstellung, Geographie, der Sand, die Muscheln wissen nichts davon.

Am Strand von Herzliya gibt das Meer skurrile Dinge frei, wie überall – nie sah ich so viele Plastikflaschenverschlüsse, alle an einem Punkt, Hunderte, warum?

Am Strand von Herzliya spielen Kinder mit langen Schläfenlocken, orthodoxe Kinder. Ob sie wohl schon wissen, dass sie orthodox sind? Sie spielen wie alle Kinder spielen – sprechen sie Hebräisch oder Jiddisch? Ich kann es nicht verstehen, will nicht stehen bleiben, gehe weiter, gehe hinauf auf die Steilküste aus Sand.

Am Strand von Herzliya, ganz am Ende, steht eine Moschee. Sie steht im Brachland, am Rand der Stadt, einige Hundert Meter, nachdem die Villen aufgehört haben, wie ein verlorener Posten, wie eine verlassene Bastion, an diesem Nachmittag im Februar, obwohl in voller Funktion.

Am Strand von Herzliya geht die Sonne prachtvoll unter in einem Mittelmeer, das hier ein Ozean zu sein scheint. So viel Weite, so viel Frieden. Ach ja, ich vergaß: Frieden wünschte man mir auch, auf einem Schild in drei Sprachen – am Strand von Herzliya.

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Unser Hotel in Herzliya bei Tel Aviv hat den Charme des alt ehrwürdigen Hauses, ein bißchen vergilbt, ein bißchen verblasste Noblesse aber es hat einen Swimmingpool und liegt direkt am Strand, vom Balkon geht der Blick auf Palmen und rechts hat man das Meer, das Meer vor dem heiligen Land. Das Haus ist solide und gemütlich aber es hat eigentlich nichts Besonderes, keinen Ort, der sich heraushebt, es sei denn, man tut das, was in Israel alle am meisten tun: man arbeitet.

In unserem Hotel arbeitet man im Business-Bereich und wer den betritt, der spürt bald, dass hier das wahre Herz des Hauses pulsiert; man spürt es dann, wenn man selbst arbeitet, wenn man in den Strom eintritt, der dieses fleißige Land trägt. Schon bei der Anreise an der Rezeption wird man auf den Business-Bereich hingewiesen, der bis 23 Uhr geöffnet sei. Wir kamen um 22 Uhr an und hatten keine Arbeit im Sinn sondern waren unsicher, ob und wo wir noch etwas essen konnten, im Hotelrestaurant oder irgendwo in der Nähe? Im Businessbereich, so sagte man uns, gäbe es noch kostenlos Sandwiches.

Hier gibt es Internet und Getränke, hier ist man freundlich und zuvor kommend. Hier sitzt man in Gesprächsrunden zusammen, der Blick schweift während der Besprechung aufs Meer und hebräische und englische Sprachfetzen vermischen sich zu einem lebendigen Grundrauschen an geschäftiger Heiterkeit. Welcome to the real Israel. Touristen bestaunen die heiligen Stätten. Wahre Reisende sollten einfach arbeiten, so kommt man mit dem wirklichen Leben in Kontakt. Urlaub machen ist hier etwas für Fremde, einfach Urlaub machen die Israelis kaum, zumindest nicht die, die wir kennen und sehen. Es scheint nicht ihr Element zu sein. Wie sonst hätte man Tel Aviv in so relativ kurzer Zeit aus dem Sand aufbauen und zu dem machen können, was es heute ist?

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Endlich angekommen in Herzliya bei Tel Aviv: nach 14 Stunden Reise. Wir wären gern gestern um 12 Uhr von Mailand Malpensa abgeflogen, wie vorgesehen, aber das war nicht möglich. Kaum hatten wir die umfangreiche Sicherheitsprozedur von El Al durchlaufen, dann noch das Gepäck eingecheckt und die allgemeine Sicherheitskontrolle passiert, waren an unserem Gate angekommen und bereit, ins Flugzeug einzusteigen, als der Flughafen für mehrere Stunden geschlossen wurde: Nebel.

Mailand Malpensa liegt in einem absoluten Nebelloch. Die Poebene ist allgemein sehr nebelanfällig, doch diesen Flughafen hat man sicherheitshalber direkt neben den Fluss Tessin gesetzt, damit das mit dem Nebel garantiert immer klappt. Das ist nun der zentrale norditalienische Flughafen, der ständig wegen Nebels blockiert ist. Aber das ist Italien und ein anderes Thema, ab heute geht es um Israel, wie jeden Tag in den nächsten 2 Wochen.

Die Sicherheitsprozedur von El Al ist wie gesagt umfangreich. Man muss 3 Stunden vor Abflug am Flughafen sein. Dann wird mit jedem Passagier ein persönliches Gespräch geführt und anschließend das Gepäck genauestens mit Sprengstoffscannern kontrolliert, das heißt: das eingecheckte Gepäck, denn das Handgepäck liegt in der Zuständigkeit des Startflughafens. Und in Mailand Malpensa kann man beobachten, wie gelangweilte Sicherheitsleute Hunderte von Bildschirmbildern nahezu im Sekundentakt vor sich ablaufen lassen, um hin und wieder mal nachzuschauen, aber nicht zu häufig, denn dafür müsste man sich vom Stuhl erheben.

Abends in Israel treffen wir mit unseren Tessiner Freunden zusammen, nennen wir sie hier mal Marcello und Angela, und plaudern über die Reise. Sie sind schon 2 Tage vorher angereist und Marcello war ziemlich geschockt, als er im Hotel den länglichen Gegenstand aus seinem Rucksack holte, den er im Handgepäck hatte: sein großes Schweizer Klappmesser. Er hatte völlig vergessen, das es darin gewesen war. Werden die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen eigentlich getestet? In Mailand Malpensa wohl eher nicht. Aber das ist Italien und ein anderes Thema.

El Al ist die sicherste Fluglinie der Welt, Tel Aviv Ben Gurion ist der sicherste Flughafen und das ohne jeden „Nacktscanner“. Man setzt den Verstand ein, statt technologischen Schwachsinn und unangebrachte politische Korrektheit, wonach jeder gleich zu kontrollieren ist, egal wer er ist und wie alt er ist. So hat man es seit 60 Jahren bisher erfolgreich geschafft, jeden Attentatsversuch abzuwehren.

Was den Nebel in Mailand Malpensa betrifft, so hatten die Passgiere der Israir-Maschine, die eine Stunde vor uns hätte starten sollen, das ganz große Los gezogen: sie durften noch eine Stunde länger warten, um dann zu erfahren, dass sie mit dem Bus nach Genua gebracht werden, um dann von dort abzufliegen. Warum El Al von Mailand abfliegen konnte, weiß ich nicht aber ich werde künftig weiter mit ihnen fliegen. Sicher ist sicher. Und vielleicht lieber von Zürich als von Mailand Malpensa. Aus mehr als einem Grund.

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Herr Schäuble hat mir auf die Frage, wie kriminell er ist, leider nicht direkt geantwortet, obwohl ich ihm fairerweise ein paar Tage Zeit gelassen habe. Dafür hat die Bundesregierung jetzt indirekt geantwortet, indem sie entschieden hat, das Recht zu brechen, mit Kriminellen gemeinsame Sache zu machen, selbst kriminell zu werden. Wie kann ein Staat verlangen, dass seine Bürger sich legal verhalten, also zum Beispiel ihre Steuern zahlen, wenn er selbst sich illegal verhält? Ist es dann nicht so: von jetzt ab ist Steuerhinterziehung legitime Verteidigung gegen einen Staat, der sich besser nicht mehr als „Rechtsstaat“ bezeichnen sollte?

Die logische Folge: ein mutiger Mensch aus Sachsen, Herr Frank Hannig, Rechtsanwalt und CDU-Mitglied hat Strafanzeige gegen Angela Merkel erstattet.

Ich hatte überlegt, dies selbst zu tun, habe aber davon Abstand genommen, weil ich in der Schweiz lebe und dies als Provokation hätte verstanden werden können. Dafür spreche ich Herrn Hannig meine volle Anerkennung aus: dieses moralisch arme Deutschland braucht mehr Bürger wie ihn. Der Nord-Südliche Divan ist auf seiner Seite.

Ich glaube nicht, dass die zuständigen Gerichte letztinstanzlich die Kanzlerin verurteilen werden. Ich bin aber neugierig auf die Begründung: wie war das noch in den neunziger Jahren bei der Frage, warum Haschisch und Marihuana nicht legalisiert werden, obwohl sie nachweislich nicht schädlicher als Alkohol sind: das Bundesverfassungsgericht urteilte sinngemäß, das dies wohl richtig sei, aber Alkohol trinke man ja nicht hauptsächlich, um sich zu berauschen. Großartige Begründung. Oder zum Kruzifix im Klassenzimmer wurde mal geurteilt: man darf es aufhängen, nur darf man niemanden zwingen es anzugucken.

Die Gerichte denken sich in diesen Fällen oft herrliche Begründungen aus, um irgendwie den Mächtigen beizustehen, warum auch immer. Man darf in diesem Fall etwas besonders Hübsches erwarten, was auf die Formel hinauslaufen dürfte: vor dem Gesetz sind alle gleich aber die Regierungschefin ist halt gleicher.

So werden wir dank Herrn Hannig demnächst wenigstens gemeinsam lachen können über die Irrsinnsbegründung, mit der diese staatliche Hehlerei voraussichtlich gerichtlich gestützt werden wird. Aber wir werden uns dabei erinnern, dass es nicht nur Kriminelle in Deutschland gibt, die an der Macht sind und Handel mit Dieben treiben. Wir werden uns auch daran erinnern, dass es anständige Menschen gibt, denen Recht und Gesetz etwas bedeutet und die dafür persönliche Risiken eingehen, denn es ist nicht leicht, sich gegen die herrschende Ideologie zu stellen, die in diesem Falle lautet: gegen böse „Steuersünder“ heiligt der Zweck alle Mittel. Danke, Herr Hannig!

HINWEIS AN DIE LESER DES NORD SÜDLICHEN DIVAN: AB DEM 7. FEBRUAR BERICHTET DER DIVAN TÄTGLICH AUS ISRAEL: RUNDREISE DURCH DAS HEILIGE LAND DER IDEOLOGIEN UND FREIHEITSTRÄUME – STAY TUNDED

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