Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for Dezember 2009

In der Schweiz gibt es kein Silvesterfeuerwerk. Man trifft sich mit Freunden oder der Familie und feiert gemütlich und leise. Um Mitternacht läuten die Glocken. Als Kind und junger Mensch war mir Silvester immer sehr wichtig – der Beginn einer neuen Zeit, eine neue Chance. Heute hat sich das gelegt, das Leben lehrt, das es nur eine Wiederholung des ewig Gleichen gibt. Im Buddhismus nennen wir das Samsara: das Rad des Leidens, die ewige Wiederkehr im Leiden.

Ich erinnere mich, wie ich vor ein paar Jahren erfolglos durch die Geschäfte zog, hier in Lugano, in den Tagen vor Silvester, um „Knaller“ und Raketen zu suchen, denn ich mag Feuerwerk und ich habe zwei Jungs, die das auch mögen. Aber ich mag auch die Stille, je älter ich werde, desto mehr mag ich sie. Je länger ich meditiere, desto mehr erkenne ich, dass die Stille alle Wahrheit, alle Klarheit, alle Einheit enthält. Erst unser Denken, unser Sprechen unser Handeln im Samsara durchbricht die Stille, teilt sie ein, schafft den Lärm, schafft das Leiden – aber aller Lärm, alles Leiden kehrt wieder zurück in die Stille. Die Stille ist eine große Chance, die einzige Chance.

Ich habe damals keine „Knaller“ gefunden und man belehrte mich freundlich, dass der Feuerwerkstermin hier der 1. August ist, der schweizer Nationalfeiertag. Früher wurden zum 1. August große Feuer auf den Bergen entzündet, auch heute macht man das noch, aber es sind die Feuerwerke hinzugekommen, die privaten und diejenigen, die die Städte veranstalten, wenn sie hier zum Beispiel in Lugano ein beachtliches Spektakel über dem See abfeuern.

Wir gingen damals dennoch zum See um Mitternacht, an Silvester,  und tatsächlich gab es doch ein paar Raketen: Italiener, die Feuerwerkskörper und Raketen aus Italien herübergebracht hatten und das Verbot, sie zu entzünden nicht kannten oder ignorierten. Natürlich regt sich niemand hier darüber auf. Man ist gelassen hier und tolerant gegenüber Fremden und auch gegenüber anderen Religionen. Ich bin Fremder hier und gehöre einer anderen Religion an. Ungefähr ein Viertel der Einwohner des Tessins sind Ausländer, die meisten Italiener. Im Kanton Genf liegt der Ausländeranteil bei fast 40%, in der ganzen Schweiz sind es etwa 20%, gegenüber 8,8% in Deutschland oder 6,2% in der EU.

Als die Schweizer sich vor einigen Wochen gegen Minarette entschieden haben, haben sie sich nicht gegen Moslems, nicht gegen Moscheen, nicht gegen Fremde entschieden. Sie haben sich gegen Gebietsmarkierungen einer Religion entschieden, die leider teilweise auch aggressive Züge trägt, was man vom Judentum oder von Buddhisten nicht sagen kann, weshalb einzelne Bauelemente an Synagogen oder Meditationszentren kein Aufsehen erregen. Sie haben sich gegen Parallelgesellschaften entschieden. Sie haben gesagt: du bist hier willkommen, als Fremder, als Moslem, als was auch immer. Aber nimm Teil am Leben aller, werde ein Teil unserer Gemeinschaft, bilde kein Ghetto. Es war eine Entscheidung für Integration, nicht dagegen. Wer hier lebt, versteht langsam immer besser die pragmatische Einstellung der Menschen hier.

Man philosophiert weniger, zum Beispiel über „Leitkultur“, wie in Deutschland oder Österreich, sondern man versucht, pragmatische Lösungen zu finden. Und diese Lösungen findet das Volk bei den wichtigen Fragen selbst. Welche Lösungen würde man in Deutschland finden, wenn das Volk entscheiden dürfte? Eine Entscheidung treffen und dazu stehen, auch wenn sie nach außen nicht gut ankommt – ist das nicht etwas sehr Erwachsenes? Aber was bedeutet es, wenn man eine Entscheidung des Nachbarn sieht und dann beklagt, dass dort das Volk selbst entscheiden kann, etwa in dieser Form: „Außerdem ist das Ergebnis eine Art Kollateralschaden der direkten Demokratie. So kann es kommen, wenn das Volk nicht nur über Turnhallen oder Transrapidbahnen abstimmt, sondern über alles.“ (Thomas Kirchner in der Süddeutschen Zeitung vom 30.11.2009)? Es bedeutet, dass das große europäische Volk, das zwei Weltkriege verursacht hat und dem man die Demokratie 1945 mit Gewalt bringen musste, heute zu wissen glaubt, warum die Schweiz, die seit 1291 einen Weg der Selbstbestimmung und Demokratie geht, einen Fehler gemacht hat.

Ich werde heute Abend in aller Stille zum neuen Jahr anstoßen mit ein paar Tessiner Freunden, ohne Feuerwerk. Ich lebe gern hier. Ich wünsche der Schweiz, dass sie 2010 und in Zukunft bleibt, wie sie ist: demokratisch, tolerant, gelassen, pragmatisch und flexibel. Ein modernes Land mit großer Tradition. Ich glaube, man kann von der Schweiz viel lernen. Ich bin dabei. Und ich danke meiner Wahlheimat hiermit einmal, bei dieser Gelegenheit.

Allen Lesern des Nord-Südlichen Divan wünsche ich ein schönes Jahr 2010!

Werner

Advertisements

Read Full Post »

Ich möchte ja nicht jedes aktuelle Thema aufgreifen, aber Iran fällt wegen seiner exquisit ideologischen Machtclique nun einmal doch in mein Fach. Andererseits gibt es aber manchmal welche, die dasselbe besser sagen oder zumindest so klar und einfach und gut, dass man praktisch nur noch zitieren möchte.

Deshalb heute als weitere Verneigung vor den großen Meistern von „Achse des Guten“ im Allgemeinen und vor Henryk M. Broder im Besonderen nur der Hinweis auf den ebenda zu findenden Artikel zur Lage im Iran und auf die darunter befindliche Linkliste.

Ich halte mich ja sehr weitgehend von den Mainstream-Informationen des „linksreaktionären Packs in der Bundesrepublik“ (Broder) fern, brauche kein ARD und ZDF mehr, dem Internet sei Dank, das auch für die Menschen im Iran das Hauptinstrument ihrer Proteste, der Hebel ihrer Freiheit ist, mit dem Sie gerade die Gitterstäbe des religiös verbrämten Massenknastes aufstemmen. Deshalb ist das Internet das Hauptproblem der Noch-Machthaber im Iran und – unserer traditionellen Massenmedien hier im „Westen“.

Und sie haben ein Problem – dort wie hier. Dort wie hier bekommen sie die jeweilige Message nicht mehr so problemlos in die Köpfe der Menschen, lässt sich hier Climategate nicht so einfach verschweigen, können dort die im Internet organisierten Demonstrationen nicht unterbunden werden.

Schmunzeln musste ich, als ich im Tagesanzeiger-Artikel aus Broders Linkliste folgendes las:

„Ausländische Flaggen verbrannt
Präsident Ahmadinejad hatte der Opposition am Dienstag vorgeworfen, ihre Aktionen seien vom Ausland gesteuert. «Tod Amerika», «Tod Grossbritannien», riefen Demonstranten am Mittwoch. In Teheran wurden amerikanische und britische Flaggen verbrannt.“

Ich musste schmunzeln, weil es mich an den wunderbaren Extra-3 Spot über „Verbrennflaggen in Ramallah“ erinnerte, der zwar alles andere als neu ist (2006!), aber umso weniger jemals in Vergessenheit geraten sollte. Schauen Sie nochmal rein und ich biete eine kleine Wette an: das haben ARD und ZDF doch bestimmt gezeigt, indem sie die Bilder des iranischen Staatsfernsehens übernommen haben, oder? Die staatlich organisierten Gegendemonstranten verbrennen die Fahnen der westlichen Teufelsmächte. Das zeigen sie doch immer gern: Verbrennflaggen. Diesmal in Teheran. Wer hats gesehen? Ich bitte um kurze Rückmeldung.

Read Full Post »

Ein Fehler, der in Europa weit verbreitet ist, ist der, dass man glaubt, Italien wäre trotz aller bizarren Eigenheiten und seinem amüsanten Chaos immer noch ein Staat: ein Staat mit einem demokratisch gewählten Parlament, mit einer demnach legitimen Regierung, mit rechtsstaatlichen Institutionen, mit Gewaltenteilung, funktionierenden Gerichten, einem Bildungssystem, Wettbewerb auf den Märkten, freien Medien und informierten Bürgern. Nichts davon, nicht einer dieser Punkte ist gegeben. Und der Nord-Südliche Divan muss sich nicht dem Vorwurf aussetzen, gegen Berlusconi eingestellt zu sein, weil Berlusconi rechts und der Divan links stünde. Beides stimmt nicht: Berlusconi ist nicht rechts, sondern einfach nur kriminell und der Divan ist nicht links.

Aber die Kategorien von „politisch links“ und „politisch rechts“ sind in Italien ohnehin sinnlos geworden; nicht nur, weil Berlusconi zum Beispiel in den achtziger Jahren sein Privatfernsehmonopol „Fininvest“ mit Hilfe des „Mammì-Gesetzes“ der „Linken“ von Craxi aufbaute, um später mit Neofaschisten und der Lega Nord zu paktieren. Die sogenannte Linke in Italien, also die derzeitige Opposition, hat  niemals wirklich Opposition gegen Berlusconi gemacht, sondern sich in all den Jahren wiederholt und fortgesetzt hinter verschlossenen Türen mit ihm geeinigt.

Der entscheidende Mann bei allen schmutzigen Kompromissen, Mauscheleien und Intrigen, bei jedem geheimen Kuhhandel mit Berlusconi war und ist der ehemalige Vorsitzende der Linkspartei und Ex-Regierungschef Massimo D’Alema, der in der letzten Prodi-Regierung Außenminister war und den der Journalist Marco Travaglio in seinem gestrigen Videobeitrag im Blog „Voglio Scendere“ als den „König des Kuhhandels“ bezeichnet.  Es sind in diesen Tagen neue Kuhandel der Linken mit Berlusconi im Gange und D’Alema spielt – wie immer – eine Schlüsselrolle dabei. Ein Name, den man sich merken sollte, wenn man verstehen will, wie Berlusconi sich in der nächsten Zeit wieder einmal gegen die Richter und seinen Niedergang in der öffentlichen Meinung wehren wird: mit Hilfe der Linken. Nachstehend einige von mir übersetzte Textpassagen aus dem gestrigen „Passaparola“ („Sags weiter“) von Marco Travaglio, dem Journalisten, den Berlusconi am meisten fürchtet und den er deshalb derzeit mit einer gezielten Hetzkampagne bekämpft und sogar – mittels seiner Zeitungen, Fernsehsender und Handlanger in der Politik – für die Attacke gegen ihn auf dem Mailänder Domplatz verantwortlich macht:

MASSIMO D’ALEMA: DER MEISTER DES KUHHANDELS MIT BERLUSCONI

„Massimo D’Alema stürzt die Berlusconi-Regierung (…) im Dezember 94. Kurz vorher (…) gab es ein Urteil des Verfassungsgerichtes, das ein Kartellprinzip festlegt und das Mammì-Gesetz korrigiert, d.h. das Verfassungsgericht entscheidet, dass das Mammì-Gesetz verfassungswidrig ist, da es allein der Fininvest ermöglicht, drei Fersehsender zu haben und Fininvest muss demnach auf zwei Sender zurechtgestutzt werden; direkt danach stürzt die Berlusconi-Regierung.

(…) Was macht nun die neue Mehrheit, was machen die berühmten „Kommunisten“? Es ist natürlich zu erwarten, dass sie das Urteil des Verfassungsgerichtes nehmen werden, das ja nicht gerade eine konspirative Verschwörung mit dem Ziel des Umsturzes ist, und es in ein Gesetz umwandeln werden, wie man es in diesen Fällen zu machen hat, und Berlusconi wird auf einen Sender verzichten müssen. Wenn er aber auf einen Sender verzichtet, wird er gegenüber der RAI schwächer werden, die drei Kanäle hat, und dass in dem Moment, in dem er mit seinen Fernsehsendern an die Börse gehen will, denn seine Firmen sind hoch verschuldet: es heißt, er hätte 5.000 oder sogar 7.000 Milliarden Lire Schulden (Anm. Divan: entspr. 5-7 Mrd. Euro) und die Banken fordern Schuldenausgleich, weil sie ihm nicht mehr trauen. Sie hatten ihm vertraut, als er Regierungschef war, denn dem Regierungschef kann man schlecht Nein sagen, aber jetzt, da seine Regierung geplatzt ist, ist Berlusconi wieder in großen Schwierigkeiten und all das geschieht ihm im heikelsten Moment, als er versucht, seine Fernsehsender (Anm. Divan: jetzt unter dem Namen Mediaset) an die Börse zu bringen – das heißt seine Schulden auf den Aktienmarkt zu bringen und auf die Anleger abzuwälzen.

Hier kommt es zum ersten Kuhhandel, wie D’Alema das selbst nennt, und vielleicht ist es sogar der einzige: vielleicht schließen Silvio und Max bei dieser Gelegenheit einen einzigen stählernen Pakt, der unglaublicherweise alle Zeitläufte überdauert und noch heute hält. Dieses Abkommen bleibt geheim, bis Luciano Violante, der raffinierteste der Bande, sich in einer Parlamentsdebatte im Februar 2002 verplappert, als man das Witz-Gesetz von Frattini zum Interessenkonflikt debattiert. Das ist während der zweiten Berlusconi-Regierung und ein Abgeordneter von Alleanza Nazionale, ein gewisser Herr Anedda, wagt es sogar, die Mitte-Links-Parteien anzuklagen, sie wollten die Berlusconi-Sender enteignen. (…) Und was sagt Violante? “Herr Abgeordneter Anedda, seien Sie vorsichtig mit Worten wie Enteignung etc., fragen Sie Silvio Berlusconi und zur Bestätigung auch den Abgeordneten Letta, was passiert ist, als die erste Berlusconi-Regierung gestürzt ist; wir (Anm. Divan: die Linken) haben dem Abgeordneten Berlusconi zugesichert und der Abgeordnete Letta war dabei, dass wir seine Fernsehsender in Ruhe lassen werden”.

(…) Ein Kartellgesetz zum TV-Sektor, dass den Vorgaben des Verfassungsgerichtes folgt und dass nicht freiwillig gewesen wäre, sondern ja gemacht werden musste, hätte in dem Moment eine große Mehrheit im Parlament gehabt. (…) Aber genau jetzt verspricht die PDS-Führung Berlusconi, dass sie sich um das Urteil des Verfassungsgericht nicht scheren wird und seine Sender in Ruhe lässt, womit ein verfassungswidriges System fortgesetzt wird.

ZWEITER KUHHANDEL: AUF DEN MÜLL MIT DEM URTEIL DES VERFASSUNGSGERICHTES

Nach einigen Monaten, Anfang 1995 hat Berlusconi erneut Panik: eine Volksabstimmung zum TV-System (…): es geht darum, Werbespots mitten im Film zu verbieten und ein privater Betreiber soll nur noch einen Sender besitzen dürfen, das ist bereits die Höchstgrenze in anderen Staaten, es gibt Staaten wie Spanien, wo ein Privatmann nicht einmal die Hälfte eines Senders allein besitzen darf, man muss zwingend mehrere Partner in der Gesellschaft haben.

Es gibt das Risiko, dass diese Volksabstimmung (…) Erfolg hat: warum? Wenn man fragt, ob die Leute einen Film ganz sehen wollen oder unterbrochen von Werbespots, dann ist klar, wie sie antworten und auch wenn man fragt: “willst du mehr oder weniger Pluralismus?” (…) Was also geschieht? Es geschieht, dass Berlusconi über Letta verlauten lässt, dass er seine Sender verkaufen wird und dass die Volksabstimmung deshalb überflüssig wird und die anderen fallen drauf rein oder tun so, als würden sie drauf reinfallen. Es kommt zu einer Verhandlung, während der Abstimmungswahlkampf schon voll im Gange ist, und man versucht – angeblich – bis zum letzten Moment, die Volksabstimmung zu verhindern, nur dass Berlusconi währenddessen auf seinen Kanälen die Leute ohne Unterlass mit der Message bombardiert: “Stimmt Nein, stimmt Nein, stimmt Nein, denn wenn ihr Ja stimmt, wird es kein Privatfernsehen mehr geben, eure Lieblingssendungen werden verschwinden und die Sender werden abgeschaltet”. Das sind terroristische Spots, Lügenspots, um einfachen Leuten Angst zu machen, sodass Fininvest sogar verurteilt wird, Gegendarstellungen zu senden, allerdings werden die Gegendarstellungen nach der Volksabstimmung gesendet.

Die Linke unterstützt die Volksabstimmung nicht und macht praktisch keinen Abstimmungswahlkampf: warum? Weil sie von einer Verhandlungseinigung mit Berlusconi ausgeht oder dies vorgibt (…) Ergebnis: den Abstimmungswahlkampf macht allein Berlusconi für das Nein, eine Kampagne für Ja-Stimmen findet nicht statt, auch weil die Anhänger des Ja kein Geld haben, während das Nein von Berlusconi vertreten wird. Berlusconi lässt schließlich die Verhandlungen platzen, es gibt keine Einigung aller Parteien, Berlusconi verkauft keinen seiner Sender, gewinnt die Volksabstimmung, da er ja allein Wahlkampf betrieben hat und am Tag danach sagt D’Alema: “Nun, jetzt hat er die Volksabstimmung gewonnen, wir können ja jetzt kein Gesetz mehr machen, dass ihm einen Sender abnimmt, wie vom Verfassungsgericht gefordert, weil die Italiener sich ja gerade dagegen ausgesprochen haben, ihm zwei Sender abzunehmen“; abgesehen davon, dass dies erstens unlogisch ist, denn es kann ja sehr gut sein, dass die Bürger durchaus dafür sind, ihm einen Sender und nicht zwei abzunehmen, ist es zweitens ziemlich unwichtig, was die Bürger sagen – das Verfassungsgericht hat entschieden und die Politiker müssen das umsetzen.“ (Ende der Übersetzung des Beitrags von Marco Travaglio)

WARUM DULDET EUROPA DIE BESEITIGUNG DES RECHTSSTAATES IN ITALIEN?

Um diesen Artikel nicht zu lang werden zu lassen fasse ich den Rest kurz zusammen: Im Juli 1996 wird ein Pakt mit Berlusconi geschlossen, der seine drei Sender bis heute am Leben erhält: das Verfassungsgericht hat dem Parlament eine Frist gesetzt, diese Frist wird vom Parlament einfach immer wieder verlängert, bis das Verfassungsgericht im Jahr 2002 den Gesetzgeber wieder auffordert, die bereits seit 15 Jahren bestehende verfassungswidrige Situation zu beheben. Aber inzwischen ist Berlusconi wieder an der Macht und kann sich sein eigenes Rettungsgesetz machen: Das „Decreto Salva Rete 4“, welches bis heute verhindert, dass die Entscheidung des Verfassungsgerichtes umgesetzt wird.

Vertrauen Sie also nicht Begriffen wie „Regierung“, „Opposition“, „Links“, „Rechts“ oder „Verfassung“, wenn Sie von Italien hören. Alle diese Begriffe haben – und ich bin sicher, dass ich keineswegs übertreibe – ihre Bedeutung vollständig verloren. Unter Berlusconi ist Italien zu einer Orwellschen Welt der Sprachverdrehung geworden. Für mich persönlich hatte dies vor einigen Jahren die Konsequenz, dass ich das Land verlassen musste, um im Nahe gelegenen schönen Tessin zu leben. Ich konnte nicht mit einem permanenten Gefühl des Ekels und der Übelkeit leben.

Inzwischen geht es meinem Magen wieder besser. Aber Europa? Warum nimmt Europa Italien immer noch ernst, als wenn es ein Staat wäre? Warum unternimmt niemand außerhalb Europas etwas? Was nutzt die EU, wenn mitten in der EU ein Staat in ein undemokratisches Regime umfunktioniert werden konnte? Ist es die EU selbst, die undemokratisch ist und die das deshalb nicht schert? Ich persönlich bin froh, im Freiheitsreservat Schweiz zu leben. Aber ich kann leider nicht so kleingeistig sein, dass mir der Nachbar Italien mit seinen Landschaften, seiner Geschichte, seinen Kunstschätzen, seiner Küche, seinem Klima und seinen Menschen egal werden könnte. Wie geht es Ihnen?

Read Full Post »

Wie oft haben Sie es schon erlebt, dass jemand in einer kontroversen Diskussion erklärt: „Gut, du hast mich überzeugt,  deine Argumente sind schlüssig, ich habe mich geirrt“ ? Ich nehme an, Sie müssen länger nachdenken, um einen solchen Fall aus der Erinnerung hochzuholen: es geschieht äußerst selten oder nie.

Warum geschieht das nicht? Ist nicht die Diskussion, die Verschiedenheit der Meinungen die Grundlage der Demokratie? Und hat Diskussion einen Sinn, wenn sie fast nie zu Meinungsänderungen führt? Wenn Diskussion fast nie zu Meinungsänderung führt (zumindest nicht sofort), was nützen dann Sachargumente? Wenn Sachargumente nicht entscheidend sind für unsere Meinung oder für eine mögliche Meinungsänderung, was ist dann entscheidend? Und was hat dies mit der Ideologie vom menschengemachten Klimawandel zu tun? Sehr viel, wie wir gleich sehen werden.

DAS EGO BRAUCHT ANGST

Im 1. Teil dieser Serie habe ich auf der Grundlage der Lehre von Eckhart Tolle gezeigt, dass wir alle ein gedankliches „Ego“ herausbilden. Dieses Ego hat zunächst wenig mit dem klassischen Begriff des Egoismus zu tun. Es ist vielmehr unsere Vorstellung von uns selbst. Leider sind die „Gedanken“, die diese Vorstellung von mir selbst schaffen, keine gezielten Gedanken im Sinne bewusster Überlegung, sie sind die Bruchstücke unseres zwanghaften Denkens, unseres permanenten inneren Dialogs, der uns – wie Verrückte – permanent gedanklich vor uns hin brabbeln lässt. Leider erschafft dieses wirre Gerede permanent eine Vorstellung von mir, mein „Ego“ und dieses Ego hat Angst und braucht Angst als Haupttriebkraft seiner Existenz.

Deshalb melden die Medien uns permanent Gründe für Angst (Sie steigen ja auch täglich über all die Leichen, all die Schweinegrippeopfer auf unseren Straßen, oder nicht?) und wir, als Leser, suchen nach diesen Ängsten, verlangen nach ihnen, brauchen ständig neue Gründe für Angst, rationale Gründe, gut begründete Gründe, denn wir sind ja moderne aufgeklärte Menschen.

DIE MENTALE LA-OLA-WELLE

Wenn also durch die allgemeine Angstnachfrage und den gut funktionierenden Angstlieferantenmarkt ein Produkt der Angstmaschine besonders gut läuft und eine Marke, wie zum Beispiel „Klimakatastrophe“ sich bestens etablieren kann, sodass sie bald so allgegenwärtig ist wie Coca Cola, dann kann kein Lehrer in den Schulen, kein Politiker, kein „Verantwortungsträger“ mehr daran vorbei. Es setzt ein, was Dirk Maxeiner bezeichnet als  „so etwas wie eine mentale La-Ola-Welle, bei der einige hartnäckig sitzen bleiben“. Dieser geistige Herdentrieb ist bekannt: wenn (fast) alle dasselbe sagen, muss etwas dran sein. Wenn (fast) alle in eine Richtung gehen, dann will ich nicht allein stehen.

Doch es ist nicht nur der Herdentrieb. Die Lehrer, Politiker, Journalisten, aber auch Ihre Schwester oder der Arbeitskollege nehmen sich der Sache auch innerlich an, denn: die „Klimakatastrophe“ bedroht uns alle, jeder muss einen Beitrag leisten! Die „Sache“ wird imminent wichtig, sie wird persönlich. Aber warum verschwindet die Fähigkeit, Sachargumente wahrzunehmen und – vielleicht – umzudenken? Sie verschwindet, weil das Ego, diese gedankliche Konstruktion, die mich definiert und beherrscht, sich ungemein gern mit Gedanken und Meinungen identifiziert. Das Ego ist verunsichert, wenn ich sage: „das klingt interessant aber anderes hierzu klingt auch interessant, ich weiß nicht was ich davon halten soll, ich habe keine klare Meinung dazu.“ Dies ist für das Ego unheimlich, ja gefährlich, denn dann stellt sich die Frage: wer bin ich? Für das Ego ist die Sache klar: ich bin meine Meinung.

WER MEINE MEINUNG BEDROHT, DER BEDROHT MICH

Nur so ist erklärbar, warum Menschen wegen einer „Meinungsverschiedenheit“ handgreiflich werden, wie es jedes Wochenende in deutschen Kneipen geschieht. Ich bin meine Meinung. Wer meine Meinung bedroht, bedroht mich. Wer meine Meinung gar widerlegt, der erledigt meine Meinung, der beendet sie, der beendet mich, er tötet mich. Ich bin in Lebensgefahr, wenn jemand meine Meinung bestreitet – das ist eine klinisch verrückte Wahnidee und doch ist sie uns allen als Reaktion nicht fremd.

Eine allgemein vertretene Meinung beginnt zur Ideologie zu werden, wenn diejenigen, die die Macht in den Medien, in den Bildungsinstitutionen, in den Firmen und in der Regierung haben, sich ihrer bedienen und mit ihrer Hilfe nach Totalität streben. Nicht immer nach totalitärer Herrschaft, aber nach totaler Vorherrschaft dieser einen Ansicht. Das menschliche Ego kommt dem sehr entgegen. Es beginnt mit der Angst, die gern erlebt und gern bedient wird. Es setzt sich fort mit der „mentalen La-Ola-Welle“ und der Identifikation jedes einzelnen Ego mit der allgemein vertretenen Meinung. Wenn genug einzelne Egos fest mit der einen Position identifiziert sind, wenn eine kritische Masse erreicht ist, dann wird diese Position leicht zur Ideologie im Sinne eines Strebens der Mächtigen zur Totalität dieser einen Position. Die Leugnung der totalen Position wird zum Verbrechen: National Geographic vergleicht Klimarealisten mit Holocaust-Leugnern, was suggeriert, dass diese Uneinsichtigen nicht nur das Bewiesene bestreiten, sondern auch in einem Boot sitzen mit Bewunderern von Massenmördern und uns somit alle bedrohen, weshalb wir Angst (!) vor ihnen haben sollten. Dann ist die wissenschaftliche Position auf einmal eindeutig, was ja bedeutet, dass nur EINE Deutung zulässig ist, selbst bei einem so komplexen Gebilde wie dem globalen Klima und selbst wenn wir wissen, dass es eine 400-Jahre dauernde mittelalterliche Warmphase gab, in der die Temperaturen stärker gestiegen sind, ohne industriellen CO2-Ausstoß.

WIKIPEDIA ARTIKEL ZUM KLIMAWANDEL GEFÄLSCHT

Es bleibt eindeutig, weil die nun offizielle, regierungsamtliche und „internationale anerkannte“ Ideologie und das Ego (fast) jedes Einzelnen nur diese eine Deutung akzeptieren. Und wenn es nicht eindeutig genug ist, dann werden eben 5428 Wikipedia-Artikel im Sinne der einen Deutung umgeschrieben oder gefälscht, sodass schließlich auch auf der deutschen Wikipedia Seite zur mittelalterlichen Warmzeit zu lesen ist, dass dieselbe etwas kälter war als die heutige. Ist doch eindeutig, oder? Zwar kann man heute noch keine Landwirtschaft in Grönland betreiben, was man im Mittelalter konnte, aber diese Feststellung ist ein Sachargument. Wer denkt schon an Argumente mitten in der La-Oa-Welle?

Im dritten Teil dieser Serie wird es um „Power, Money and Glory“ (Lord Monckton) gehen, die als Triebkräfte für Al Gore, der 300.000 Dollar für einen Vortrag kassiert, oder für den Weltklimarat-Präsidenten Pachauri, der aus New York für einen Tag zum Cricket spielen nach Indien und zurück jettet, nicht schwer auszumachen sind. Wer aber glaubt, diese egoistischen Triebkräfte seien es allein, die das intellektuelle Weltklima vergiften, der greift zu kurz. Hinter dem Egoismus all der Forscher und Spezialisten, der spezialisierten Journalisten und der „betroffenen“ Lehrer, die jetzt in fast jeder Schule als lokale Weltretter den Al Gore für Arme geben dürfen, steckt jeweils ein gedankliches Ego, das wir alle an uns beobachten können. Wir sollten daher die Skepsis an der Klimakatastrophe oder den „Klimarealismus“ nicht zur umgekehrten Ideologie werden lassen: wir würden in dieselbe Falle laufen.

Read Full Post »

Auf „Achse des Guten“ (Ach wie gut ist Achgut!, was täten wir ohne sie?) habe ich einen Hinweis auf einen Artikel von Daniel Schwammenthal im Wall Street Yournal gefunden, den ich hier ebenfalls empfehlen möchte. Darin geht es um palästinensische Flüchtlinge besonderer Art, nämlich um Christen, die vor ihren arabischen Landsleuten fliehen. Bis vor einiger Zeit war auch ich der Ansicht, dass der israelisch-palästinensische Konflikt darauf zurück geht, dass die eingewanderten Juden ihren Staat auf dem Boden der Palästinenser errichteten, die daraufhin zu Flüchtlingen wurden. Das ist ja der common belief im deutschsprachigen Raum. Erst als ich mich mit der historischen  Faktenlage beschäftigte, verstand ich, dass die Sache nicht ganz so einfach ist:

1948 haben die umliegenden arabischen Staaten Israel mit dem erklärten Ziel der totalen Vernichtung angegriffen, nachdem es infolge des UN-Teilungsplans seine Unabhängigkeit erklärt hatte. Während die israelische Armee im Laufe des Krieges Zivilisten in der übergroßen Mehrzahl der Fälle erlaubte, am Ort zu bleiben oder in arabisch kontrollierte Gebiete zu fliehen, töteten die arabischen Armeen wiederholt und fortgesetzt jüdische Zivilisten. Als zum Beispiel die sechste arabische Legion am 13. Mai 1948 das Kibbuz Kfar Etzion eroberte, überlebten nur 3 von 133 Juden das Massaker.

AMIN AL HUSSEINI: DER NAZIFREUND AN DER SPITZE DER PALÄSTINENSER

Dies entsprach den Befehlen des religiösen und politischen Führers der Araber in Palästina, des Großmuftis von Jerusalem Haj Amin al-Husseini, eines beispiellosen Hetzers und Judenhassers, der die Jahre des 2. Weltkriegs in Berlin als Freund und Berater der Nazis verbracht hatte, wo er zum Beispiel erklärte: „Steht auf, Söhne Arabiens. Kämpft für eure heiligen Rechte. Schlachtet die Juden ab, wo immer ihr sie finden könnt.“ Al-Husseini wird bis heute von vielen Arabern in Palästina verehrt und Yassir Arafat nannte ihn noch 2002 in der Tageszeitung Al Quds „unseren Helden“. Der Held wurde nach dem Krieg als Kriegsverbrecher gesucht, weshalb er nach Ägypten fliehen musste.

Die arabischen Armeen versuchten, Husseinis Vorgaben nach Kräften zu erfüllen, wie eine Erklärung des seinerzeitigen Generalsekretärs der arabischen Liga, Abd al-Ahlman Azzah Pasha bestätigt: „Dies ist ein Ausrottungskrieg, ein Krieg der Massaker, von denen man reden wird, wie von den mogolischen Massakern oder denjenigen der Kreuzfahrer.“

Andererseits war die Politik der israelischen Haganah, des Vorläufers der heutigen Israel Defence Force, erklärtermaßen nicht die einer Vertreibung der Araber aus Israel, sondern Israel war bereit, allen Arabern, die im israelisch kontrollierten Terrotorium blieben, uneingeschränkte Bürgerrechte zu geben. Die Vorgehensweise der paramilitärischen jüdischen Einheiten der Irgun (oder Etzel) oder Lechi war hingegen darauf gerichtet, durch Anschläge und Angriffe Schockreaktionen bei den Arabern auszulösen und sie so aus den jüdisch kontrollierten Gebieten zu vertreiben. Diese paramilitärischen Einheiten wurden vom ersten israaelischen Regierungschef David Ben Gurion sofort im Juni 1948 aufgelöst. Es gab keine offizielle israelische Politik systematischer Vertreibung oder gar Aufrufe seitens der Regierung oder der Armee zur Durchführung von Massakern, wie auf arabischer Seite.

FREIWILLIGE VERTREIBUNG?

Als der Krieg sich zugunsten Israels entwickelte und die Haganah Ende April 1948 die Schlacht um Haifa  gewann, erklärten die arabischen Führer „dass sie und ihre Gemeinden die Stadt verlassen, weil sie sich nicht ergeben wollen, trotz der Bitte des jüdischen Bürgermeisters zu bleiben“ (Quelle: Morris).  Dieselbe Situation ergab sich in Jaffa, wo viele Araber die Stadt ohne Vertreibung durch die Israelis verließen, wozu auch das Verhalten der arabischen Soldaten beitrug, „die die leeren Häuser plünderten und die verbliebenen Einwohner missbrauchten“ (Morris).  Dass einem Verbleiben oder einer Rückkehr von israelischer Seite nicht viel im Wege stand, zeigt auch die heutige Realität: in Jaffa leben wieder mehrere Tausend Araber und Haifa ist eine gemischt jüdisch-arabische Stadt. 20% der Bevölkerung Israels sind Araber.

Sogar Mahmoud Abbas, der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, beschuldigte die arabischen  Armeen in einem Interview mit dem Wall Street Yournal vom 5.6.2003, dass sie die Palästinenser aufgegeben hätten „nachdem sie sie gezwungen hatten, zu emigrieren und ihre Heimat zu verlassen, um sie sie in Gefängnisse zu stecken, die den Ghettos ähneln, in denen die Juden lebten“. 1980 erklärte das „Arab National Comitee of Haifa“ in einem Memorandum: „Die Beseitigung der arabischen Bevölkerung…war freiwillig und wurde auf unsere Bitte hin durchgeführt. Die arabische Delegation bat  darum, die Araber zu evakuieren und sie in die benachbarten arabischen Staaten zu bringen.“

Ein Forschungsbericht des arabischen (!)  „Institute for Palestine Studies“ kam zu der Schlussfolgerung, dass die Mehrheit der arabischen Flüchtlinge nicht vertrieben wurde und dass 68% von ihnen „flohen ohne einen israelischen Soldaten gesehen zu haben.“

EINZIARGTIGE FLÜCHTLINGE

Die so entstandenen „Flüchtlinge“ werden heute von einer gesonderten UNO-Flüchtlingskommission betreut, der UNRWA, die eigens für palästinensische Flüchtlinge gegründet wurde – ein Privileg, das keine andere Flüchtlingsgruppe der Welt je genossen hat. Damit nicht genug: speziell und allein für die palästinensischen Flüchtlinge wurde die Definition von „Flüchtling“ geändert, um sicherzustellen, dass möglichst viele Personen dieser Definition entsprechen, auch wenn sie zuvor erst 2 Jahre an dem Ort gelebt hatten, von dem sie vertrieben wurden, oder wenn sie sich nur ein paar Meilen wegbewegten, ja sogar dann, wenn sie wieder zurückkehren konnten! Auch alle Nachkommen der Flüchtlinge des Krieges vor sechzig Jahren gelten als Flüchtlinge und ihre Anzahl konnte so von weniger als 1 Million 1950 auf über vier Millionen heute ansteigen.

Niemals hatten die arabischen Staaten oder die Palästinenser ein Interesse, dieses Flüchtlingsproblem anders zu lösen als im Sinne der Maximalforderung ihrer vollzähligen „Rückkehr“ (einschließlich Nachkommen) ins heutige Israel an die Stelle der dort lebenden Juden. So wurden „Flüchtlinge“ geschaffen, die bis heute als Instrument der arabischen Anti-Israel-Politik zu dienen haben, wie selbst König Hussein von Jordanien eingestand: „Seit 1948 haben die arabischen Führer (…) die palästinensischen Menschen für ihre egoistischen politischen Ziele benutzt. Das ist (…) kriminell“. Aber König Hussein trägt selbst Schuld an dieser Situation: zwischen 1948 und 1967 hätte jederzeit ein palästinensischer Staat in der damals von Jordanien besetzten West-Bank gegründet werden können, aber es geschah nicht, weil dies die 2-Staaten Lösung gewesen wäre, die eine direkte oder indirekte Anerkennung Israels bedeutet hätte.

CHRISTEN VERLASSEN DIE GEURTSSTADT JESU

In derselben West-Bank, in Bethlehem, lebt heute der 23-jährige palästinensische Flüchtlingsnachkomme Yussuf Khouri. Er floh vor 2 Jahren erneut, allerdings nicht vor den Israelis, sondern vor der Hamas im Gaza-Streifen.  Sein Problem: er ist Christ.  In dem Wall Street Yournal-Artikel spricht er über die Verfolgung von Christen in Gaza, über die Ermordung des Besitzers des einzigen christlichen Buchladens, über Brandanschläge auf christliche Schulen und Geschäfte. Aber nicht nur im Gaza-Streifen, wo die Hamas herrscht, sondern auch in Bethlehem in der West-Bank, im Herrschaftsbereich der palästinensischen Autonomiebehörde, überfallen muslimische Gangs Christen und eignen sich ihr Land an, während die – fast ausschließlich muslimische – Polizei der Autonomiebehörde zuschaut.

Vor sechzig Jahren waren ungefähr 80% der Bevölkerung Bethlehems Christen, jetzt ist ihr Anteil in der Geburtsstadt Jesu auf 20% gesunken. Dies ist nicht nur ein Ergebnis der höheren muslimischen Geburtenrate, es zeigt vor allem, was aus diesen palästinensischen Christen geworden ist: Flüchtlinge.

Read Full Post »

Sehr sehenswert: Lord Monckton im Gespräch mit einer Greenpeace-Aktivistin.

Man muss der Frau zu Gute halten, dass sie ruhig bleibt und nicht zu schreien und zu zetern beginnt, wie man es von Vertretern der Klimaideologie bei solchen Gelegenheiten vielfach gewohnt ist. Vielleicht wirkt der vollendete Stil und die Höflichkeit dieses Mannes auf sie.

Beachtlich, wie Monckton fast nur durch das Stellen von Fragen in wenigen Minuten ein Ideologiegebäude zerlegt. Und sehr empfehlenswert sein Rat am Schluss an die Greenpeace-Frau und an uns alle: „Don’t believe anybody, not even me. Check the facts.  It’s not a question of faith.“

Wer auf den Geschmack gekommen ist, sollte sich Lord Monckton im kanadischen Fernsehen zu Climategate ansehen. Das ist bei Youtube zu finden, wenn Sie „Climategate – Michael Coren with Christopher Monckton“ hier kopieren und dort einkleben.

Frohe und ideologiefreie Weihnachten an alle Leser des Divans!

Euer Werner

Read Full Post »

Woher kommt die menschliche Sucht nach Gefahren und nach der Angst davor? Wir leben – zumindest in Europa und Nordamerika – so sicher wie nie zuvor, wir haben so wenig Krankheiten wie jemals zuvor, die besten medizinischen Mittel dagegen, unser Wohlstand ist der höchste in der bisherigen Geschichte, Gefahren und Risiken unseres Lebens sind noch nie so gering gewesen. Dennoch enstanden und entstehen immer wieder neue „Gefahren“ und mit ihnen die Angst davor: Vogelgrippe, Schweinegrippe, AIDS, Krebs, das Waldsterben der 80er Jahre, der Borkenkäfer, die Überfremdung, das Versiegen des Golfstroms, die Islamisierung und vieles andere mehr. Vor allem aber der Tophit der momentanen Angstkultur: der Klimawandel oder besser, die „Klimakatastrophe“. Obwohl es nicht bewiesen und insgesamt eher unwahrscheinlich ist, dass vom Menschen produziertes CO2 zu einer Erwärmung des Planeten beiträgt, scheint der als öffentliche Meinung hingestellte Wahn unaufhaltsam in eine einzige Richtung zu gehen. Sind das nur Geschäftsinteressen oder steckt mehr dahinter? Ich möchte der Frage in einer mehrteiligen Serie kurzer Artikel nachgehen.

Hierbei ist zunächst ein Blick in unser Inneres hilfreich, das heißt: in unser Denkverhalten. Wir alle denken unaufhörlich. Unser Geist gleicht einem Radioprogramm, das wir selbst nur schwer oder gar nicht kontrollieren. Versuchen Sie einmal, nicht zu denken. Es geht nicht. Wie nennen wir jemanden, der unaufhörlich vor sich hin brabbelt, in ganzen und halben Sätzen, in ständigen Wiederholungen, Gedankenfetzen und wirrem Gerede? Wir nennen ihn verrückt. Das Problem ist: das tun wir alle. Und zwar immer. Der einzige Unterschied zwischen den Normalen und den Verrückten ist der, das die sogenannten Normalen ihren wirren Gedankenwust leise produzieren. Sind wir also alle verrückt? Vielleicht ja, der Zustand der Welt in vielen Regionen und in den meisten Zeiten der Geschichte scheint darauf hin zu deuten.

DAS LABILE LÜGENGEBILDE IN UNS

Wir kontrollieren also nicht unsere Gedanken, sondern unser zwanghaftes Denken kontrolliert uns. Was hat das mit der Klimahysterie zu tun? Ganz einfach: der permanente innere Dialog erschafft eine Vorstellung von uns selbst, die wir schließlich für uns, für das „ich“ halten: das Ego. Dieses Ego ist meine Vorstellung von mir, meine Idee, derzufolge ich gut, schlecht, fähig, unfähig, genial, dumm, unsicher, souverän, häßlich, zu faul, zu aktiv, zu voreilig oder was auch immer bin. Das Ego bewertet ständig, erteilt Noten, beurteilt und verwirft. Es beherrscht jeden, der nicht durch Meditation oder andere Techniken des Geistestrainings Abstand schafft und den wahnhaften Gedankenstrom unterbricht, um seinem wirklichen „Ich“ näher zu kommen, das trotz allem unkontrollierten Denken da ist und tief in uns verborgen ruht, sehr stabil und keiner Gefahr ausgesetzt, aber eben verborgen, verschüttet unter dem Gedankenstrom. Das Ego aber ist ein rein gedankliches Konstrukt und als solches ungeheuer labil: es weiß genau, dass es ein Lügengebilde ist und dass sehr wenig reicht, um es zum Einsturz zu bringen. Das Ego weiß, dass es nicht „ich“ ist, sondern eine wahnhaft herbeigeredete Idee von mir. Was also hat dieses Ego permanent: es hat Angst.

Das Ego hat Angst und es braucht Angst. Angst ist der Brennstoff seines Motors, denn nur Angst liefert ständig Gründe zum zwanghaften Denken und damit zur Aufrechterhaltung des Ego. Andererseits sind „Gründe“ für äußere Angst, wie zum Beispiel eine drohende Seuche oder die mögliche Zerstörung meiner Lebensumwelt eine Rechtfertigung für das ständige innere Angstgefühl, und zwar eine äußere Rechtfertigung, die vom eigentlichen Urgrund des Angstgefühls, von der falschen inneren Egovorstellung, ablenkt. Das Ego braucht Abgrenzung, es braucht Angst und es braucht seine Feinde.

AUF DER SUCHE NACH ANGST

So ist das Ego des Zeitungslesers ständig auf der Suche nach Gründen für Angst. Und das Ego des Journalisten liefert ihm diese Gründe. Bei diesem Spiel geht es nur um Emotionen, auch wenn sowohl der Leser als auch der Informierende fest überzeugt sind, rein sachliche Fakten zu erfahren bzw. mitzuteilen. Fakten sind jedoch nur Mittel zum Zweck und zum Glück interpretierbar – zur Not kann man sie auch fälschen.

Dieser Mechanismus unseres Geistes ist die Grundlage unseres Bedürfnisses nach Angst und der Bereitschaft, Angstmache anzunehmen und uns bald daran zu beteiligen. Der folgende Schritt ist dann die Reaktion der verantwortlichen Menschen in den Schulen, in der Politik und erneut in den Medien auf eine solche Welle, wenn sie einmal eine gewisse Größe erreicht hat. Das hat unter anderem wieder mit dem Ego zu tun, jedoch auf andere Art. Dazu in der nächsten Folge mehr.

Näheres zum zwanghaften Denken, zum Ego und zur Befreiung davon ist zu finden in Eckhart Tolles Buch : „Jetzt. Die Kraft der Gegenwart“. Es ist das wichtigste Buch, das ich kenne. Ich würde weit untertreiben, wenn ich es nur „empfehlen“ würde, die Sache liegt anders: ich wünsche Ihnen, dass Sie das Glück haben werden, es zu lesen und in die Praxis umzusetzen. Mir fällt derzeit kein besserer Weihnachtswunsch an meine Leser ein.

Und hier trotz aller Interpretierbarkeit noch ein paar Fakten zur Klima-Diskussion: Das_Skeptiker_Handbuch_3_0_kurz_96dpi_1047

Read Full Post »

Older Posts »